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Heute noch auf stolzen Rossen…

von Gabriel Weber

Kaum ein Tier hat in der Kulturgeschichte der Menschheit eine so grosse Bedeutung wie das Pferd.

Im frühen 18. Jahrhundert schenkt der Sultan von Marokko dem französischen König Louis XV sechs der prachtvollsten Hengste aus seiner Zucht. Er ahnt wohl nicht, dass zu dieser Zeit in Europa ganz andere Pferde Mode sind – nämlich grosse, schwere Modelle; diese schlanken, zierlichen Araber weiss man in Versailles nicht zu schätzen. Der stumme Stallbursche Agba versteht das überhaupt nicht; der Hengst Sham, den er schon seit seiner Geburt gepflegt, mit der Flasche aufgezogen und jetzt auf Befehl des Sultans nach Frankreich begleitet hat, ist für ihn das schönste und beste Pferd der Welt. Doch jetzt wird Sham verächtlich zum Arbeitstier degradiert! Er muss den Karren ziehen, wenn der Küchenchef des königlichen Hofes auf den Markt fährt, man stelle sich das einmal vor! Später wird Sham an einen Fuhrmann verkauft. Agba bleibt an seiner Seite. Schliesslich geraten die beiden nach England, wo sie nach manchen Abenteuern dem Earl of Godolphin (übrigens ein Schwiegersohn von John Churchill, dem 1. Duke of Marlborough, einem berühmten Feldherrn und Vorfahren Winston Churchills) begegnen. Und Lord Godolphin erkennt endlich Shams Qualitäten für die Pferdezucht. So wird Sham als „The Godolphin Arabian“ der Stammvater des Englischen Vollblutes und bis auf den heutigen Tag Ahnherr vieler erfolgreicher Rennpferde. Er erreicht, von Agba bis zum letzten Tag gut versorgt und gepflegt, das für Pferde fast schon biblische Alter von 29 Jahren.

Diese in den Grundzügen wahre Geschichte erzählt Marguerite Henry in ihrem Buch König des Windes.

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