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Aber ich glaub schon

von Julia S.

Aus dem HANDBUCH DES ABERGLAUBENS sind wunderlich und suspekte Dinge zu lesen unter anderem aufgeschlagen bei A wie Achsel: Die A.höhle ist vielfach für den Zauber bedeutsam, weil sie für die Entstehung des Körpergeruchs wichtig ist. Aus der A.höhle stammendes fein geschnittenes Haar wird von den Mädchen unbemerkt dem geliebten Mann zu essen gegeben, worauf er unlöslich an sie gebunden ist. Bon appétit, kann ich da nur wünschen – igitt igitt igitt mi früürts – oder ich probiere es mal aus?! Dann gehen wir lieber dem Schmalzvogel auf den Grund, also dem Buttervogel: Eigentlich eine Hexe in Schmetterlingsgestalt, die in dieser Form leichter an Butter und Milch herankommt. Die gleiche Vorstellung liegt dem englischen Wort für Schmetterling, butterfly, zugrunde. Überdies haben Sie vielleicht schon von dem Gähnen gehört: Weit verbreitet ist der Gedanke, dass einerseits beim Gähnen die Seele durch den Mund entweichen, andererseits wie eine Mücke der Teufel in dieselbe eindringen kann. So soll sich der Gähnende zur Sicherheit am besten im Namen der heiligen Dreifaltigkeit bekreuzigen, zumindest aber die Hand vor den Mund halten. Soviel zu dieser höflichen Geste. Ein Brauch, der es ebenfalls in unsere Zeit geschafft hat ist der Hals und Beinbruch: Da im Zauberglauben der Wunsch häufig mit einer Beschwörung gleichbedeutend ist, kann auch durch die Umkehrung ein negativer Wunsch eine positive Bedeutung erlangen. So wünscht man H. u. B., um das gewünschte Glück nicht durch Bereden zu verrufen. Die Mundsperre ist: Den Vögeln, die Saatschädlinge sind, hatte man die M. angezaubert, indem der Bauer ein paar Körner in den Mund nahm und auf den Acker spuckte. Man verwendete gegen die M. auch ein Hängeschloss, das verkehrt an der Stalltüre hing. Zum Schluss der allseits beliebte Zucker: Gegen Schluckauf muss man ein Stück Zucker essen. Auf Granulationen in einer Fleischwunde streut man weissen Zucker als Sympatiemittel. Und gegen Rotlauf hilft das blaue Papier, in das Zuckerhüte eingepackt sind. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Heilmittel nicht irgendwann einer modernen Designänderung zum Opfer fällt. Mit drei Bänden sind Sie über die Wintermonate, am warmem Kaminfeuer und den wandelnden Schatten bestens unterhalten, den uns noch heute geläufigen Redewendungen auf den Grund zu gehen. Vom Aal bis zur Gyromantie, vom Haar bis zum Otterköpfchen (weiss der Geier was das ist?!) und vom Palm bis zum (Sonntag) ach nein bis zum Z wie Zypresse.

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