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Bewahret Euch vor Weibertücken!

von Gabriel Weber

Dieses Zitat aus der Zauberflöte könnte man Christoph Nettersheims Buch Schrecklich nette Frauen als Motto voranstellen. Darin erzählt er von 30 historischen Verbrecherinnen und ihren Untaten – teils widerwärtig und degoutant, teils skurril bis tragikomisch, aber jedenfalls in perverser Weise faszinierend.

Neben den „Stars“ wie Bonnie Parker (von Bonnie and Clyde) und Belle Starr gab es da zum Beispiel die Quacksalberin Linda Burfield Hazzard, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Klinik für Fastenkuren die Patienten buchstäblich verhungern liess, um sich dann ihr Geld unter den Nagel zu reissen. Vera Renczi hatte solche Angst davor, verlassen zu werden, dass sie auf Nummer sicher ging – und jeden Mann, mit dem sie eine Liebesbeziehung hatte, tötete (insgesamt 2 Ehemänner und rund 30 Liebhaber). Auf der Suche nach dem Mann fürs Leben räumte Nannie Doss rücksichtslos alle, die ihr im Weg standen, aus demselben (darunter 4 ihrer 5 Ehemänner). Als Giftmischerin im grossen Stil betätigte sich Gesche Gottfried aus Bremen (15 Opfer). Vergleichsweise harmlos waren die Vergehen der Hochstaplerin Cassie Chadwick, die eine ganze Bank in die Pleite trieb, und der Betrügerin Adele Spitzeder, die um 1870 herum in München Tausende von Anlegern um ihr Geld prellte. Kate Barker kochte und wusch für ihre vier kriminellen Söhne, weiter nichts; erst nach ihrem Tod 1935 machte sie in der Populärkultur Karriere als die legendäre Bandenchefin Ma Barker. Am grusligsten sind die Geschichten von Mörderinnen wie Belle Gunness, Kate Bender oder Sharon Kinne, die eines Tages von der Bildfläche verschwanden, ohne dass irgendjemand mit Sicherheit weiss, was aus ihnen geworden ist…

Walburga Oesterreich (die hiess wirklich so), genannt Dolly, schiesst bezüglich Skurrilität ihres Falles den Vogel ab: Sie verhalf ihrem Liebhaber zur Flucht, nachdem dieser ihren Ehemann erschossen hatte. Das Besondere daran? Der Liebhaber hatte zuvor zehn Jahre lang im Einfamilienhaus der Oesterreichs gewohnt – und zwar auf dem Dachboden, ohne Wissen des Herrn Gemahls.

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