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Ich gehöre ihm

von Julia S.

Kaum den ‚Chatroom-Falle‘-Blog (vom 21.8.2017) geschrieben, flattert eine neue Warnung aus dem Bücherregal. Hierbei handelt es sich um ein hochaktuelles Thema, das sich weiter verschärft. Es wuchert schon einige Jahre, scheint aber immer wieder in Vergessenheit zu geraten. Gemeint ist die Loverboy-Methode. Die Holländerin Merel van Groning, als Opfer dieser Erfahrung erzählt in ihrem Buch über ‚Gefangen im Netzt eines Loverboys‘ UND PLÖTZLICH GEHÖRST DU IHM… (Zu dem gleichen Thema gibt es einen Film: „Ich gehöre ihm“). Was sich in den Niederlanden ausgebreitet hat, ist in Deutschland und anderswo längst keine Seltenheit mehr. Es war bekannt, dass diese meist jungen Männer auf Schulhöfen, in Jugendtreffs, Fastfood-Restaurants oder natürlich im Internet Mädchen und sehr junge Frauen kontakten. Mädchen, die freigiebig Informationen über sich, ihre Lebenssituation, ihre Probleme in Chatforen preisgeben, sind ein leichtes Ziel für einen Loverboy, denn diese Informationen kann er für sich nutzen, um gezielt auf ein Mädchen eingehen zu können. Er spricht es an, hält den Kontakt, schenkt ihm Beachtung, verwöhnt es mit Aufmerksamkeit, mit Geschenken und Einladungen und heuchelt echte Zuneigung und die grosse Liebe. So beginnt für die Mädchen der Weg in die emotionale Abhängigkeit, schnell vernachlässigen sie sämtliche anderen Freundschaften und die Familie oder lehnen sie sogar völlig ab. Erst wenn das Mädchen regelrecht isoliert ist, wendet sich das Blatt: Dann sind sexuelle Gewalt und weitere kriminelle Handlungen der Loverboy-Täter an der Tagesordnung. Opfer sind aus allen Gesellschaftsschichten verzeichnet. (Alarm-Anzeichen sind mit Sicherheit, wenn der eigene Freund verlangt, dass das Mädchen mit seinen Freunden schläft. In einer gesunden Beziehung mit echter Liebe würde der Freund darüber Eifersüchtig sein.)

Merel ist das erste Mal verliebt und trifft auf Mike, der um einiges älter ist. Er überhäuft sie mit Komplimenten macht Geschenke, isoliert sie von ihrer Familie. Er achtet peinlich genau darauf, dass die Schule besucht und ihre Hausaufgaben erledigt werden. Er wird zu ihrem Mittelpunkt und macht sie von sich abhängig. Sie ziehen zusammen in eine Wohnung und er vermittelt Merel Liebe und Sicherheit. Er beteuert, sich immer um sie zu kümmern. Plötzlich schlägt sein Verhalten um und er vernachlässigt sie regelrecht bis sie Unterernährt ist. Nach scheinbar finanziellen Problemen glaubt Merel sogar selbst, dass es keinen Ausweg mehr gibt als den, dass sie sich verkauft…“

Die Eltern und die Polizei kämpfen gegen die Macht sogenannter Loverboys. Oft ist es zu spät. Im schweizerischen Gesetzbuch (StGB) werden Menschenhandel, Selbstbestimmungrecht und die Entscheidungsfreiheit immer wieder angepasst, dass Opfer besser geschützt werden. Leider werden sehr wenige Fälle zur Anzeige gebracht. Für Eltern gibt es genaue Informationen bei eilod.de eine Elterninitiative, die ein betroffener Vater ins Leben gerufen hat. Die Institution ‚Liebe ohne Zwang‘ lehrt mit Workshops an Schulen, die Loverboymasche zu entlarven und das Selbstbewusstsein zu stärken! Klären auch Sie auf. Danke.

 

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