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Tooooor!

von Gabriel Weber

Von einer etwas ungewöhnlichen Fussballmannschaft erzählt Eduard Bass in seinem Buch Klapperzahns Wunderelf, erstmals erschienen 1922 (einer der ältesten Fussball-Romane überhaupt).

Herr Klapperzahn aus Nieder-Buckwitz in Tschechien hat sage und schreibe elf Söhne. Was tut man mit elf Söhnen? Dumme Frage, man gründet eine Fussballmannschaft! Nach Jahren intensiven Trainings betritt die Klapperzahn-Elf den Rasen – und erobert im Sturm die tschechische Meisterschaft, ohne auch nur ein einziges Gegentor zu kassieren. Doch das ist noch längst nicht alles! Berlin – Mailand – Barcelona (schon damals eine Fussballhochburg) – London (König George V ist very amused, trotz der englischen Niederlage – er verleiht sogar seinen ältesten Sohn, den Prince of Wales, für eine Weile als Ersatzspieler an die Klapperzähne). Nichts scheint die Jungs aus Nieder-Buckwitz aufhalten zu können. Doch dann erleben die Klapperzähne ihre erste Niederlage, und das nicht einmal während eines Spiels. Ein kleiner Junge sagt ihnen mitten in die elf Gesichter, sie würden ja nur des Geldes wegen spielen, er hingegen für die Ehre. Dieser Vorwurf erschüttert die Brüder zutiefst; sie haben sich selber gar nie als Profis verstanden, sondern nur immer voller Leidenschaft gespielt, während ihr Vater – Klapperzahn Senior, Vater, Trainer und Manager in einer Person – für das Geschäftliche zuständig war. Jetzt wollen die Klapperzähne ihre Karriere schleunigst beenden und künftig nur noch als Amateure „tschutten“. Doch ein wichtiges Spiel steht ihnen noch bevor.

Ein witziges Buch, selbst wenn dem Leser (so wie mir) die Welt des Fussballs völlig fremd ist. Im Anhang werden glücklicherweise noch die vielen zeitgenössischen und länderspezifischen Anspielungen im Text erklärt.

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