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Archiv vom Juli, 2017

6. Juli 2017

Der Floh-Markt

In der nordenglischen Grafschaft Yorkshire werden nicht nur Diamanten gestohlen (Blog vom 29. Juni 2017). In Leonie Swanns Roman Dunkelsprung gehen dort noch ganz andere Dinge vor.

Julius Birdwell aus London ist im Hauptberuf Goldschmied, wäre in seiner Jugend beinahe Einbrecher geworden und betreibt im Nebenberuf einen Flohzirkus. Frank Green ist ein (vorsichtig ausgedrückt) reichlich exzentrischer Privatdetektiv und sucht gerade nach einer vermissten älteren Dame namens Rose Dawn. Professor Isaac Fawkes ist Zauberkünstler, aber nicht irgendeiner, sondern ein ganz besonderer! Etwas ist ihm offenbar abhanden gekommen, deshalb schickt er zwei dubiose Figuren namens Thistle und Hunch aus, um es wiederzufinden. Dann ist da noch Elizabeth, eine Frau, die offensichtlich das eine oder andere Geheimnis hütet. Und ausserdem spielen verschiedene weitere Personen mit, von denen man allerdings lange Zeit nicht so recht weiss, wer und vor Allem was sie eigentlich sind. In einem vornehmen Landhaus in Yorkshire (Täterätätäää!), das übrigens einer alten Frau gehört, die sich für vierzehnjährig hält, treffen alle aufeinander. Frank, ein seltsames Reptil im Schlepptau, sucht nach dieser Rose Dawn, wie gesagt. Julius, immer seinen „Flohpalast“ unter dem Arm, sucht nach einer Meerjungfrau (Jawohl!). Elizabeth, Thistle und Hunch suchen alle auch irgendjemanden. Und wenn ich noch hinzufüge, dass einmal ein Drache in der Eisenbahn Feuer speit und dass eines schönen Tages eine harmlose alte Dame mit einem geklauten Lieferwagen auf und davon fährt, nachdem sie den Fahrer in ihrer Besenkammer eingesperrt hat… dann sind das nur kleine Kostproben davon, was auf den rund 380 Seiten so alles passiert. Auch die Frage, ob Magie in unserer heutigen Welt überhaupt noch Platz hat, wird erörtert.

Das geschätzte Publikum merkt bereits: In diesem Buch wimmelt es nur so von skurrilen Gestalten. Dazu gehören nicht zuletzt auch Julius Birdwells Zirkusflöhe mit klangvollen Namen wie Zarathustra, Faust oder Cleopatra – und ganz besonders der Albino-Floh Lazarus Dunkelsprung.

4. Juli 2017

Was wäre, wenn…

Das ist ein uralter Gedanke in der Literatur. Schon viele Schriftsteller haben sich mit der Frage befasst, wie das Leben in der Zukunft aussehen, was der wissenschaftliche und technische Fortschritt alles bringen könnte.

Ein Name, der einem da sofort einfällt, ist Jules Verne. In Ein Tag eines Zeitungsverlegers im Jahre 2889 entwirft er die Vision einer mündlichen Zeitung. Man betritt so eine Art Telefonzelle und hört den Inhalt der neusten Ausgabe. Der Senior unter den Autoren dieses Genres ist zweifellos der Grieche Lukian, der schon im 2. Jahrhundert n. Chr. eine Reise mit dem Segelschiff zum Mond beschrieb. Auch Gottfried August Bürgers Baron Münchhausen ist zum Mond gereist (irgendwie scheint der Mond die Menschen schon immer fasziniert zu haben). Mark Twain und Arthur Conan Doyle haben sich in weniger bekannten Texten mit Science-Fiction beschäftigt. Den rasanten Massentourismus à la „Europa in acht Tagen“ hat Hans Christian Andersen schon vor langer Zeit vorweggenommen. Jonathan Swift schickt seinen Romanhelden Gulliver nicht nur zu Zwergen und Riesen, sondern auch auf Reisen mit einer fliegenden Insel.

Hanna Bautze hat in Placet ist ein irrer Ort eine Auswahl historischer Science-Fiction-Erzählungen zusammengetragen (übrigens ein schauriger Ladenhüter, schon seit 2010 in unserem Katalog… Hoppla, das wollte ich eigentlich nicht schreiben!).

3. Juli 2017

Boomerang-Kid oder Nesthocker

Marianne Siegenthaler und Jürgen Feigl haben sich an ein amüsantes wie ernstes Thema herangewagt. Sie beschreiben warmherzig aber auch mit klaren Worten, die Spielregeln für das Zusammenleben mit erwachsenen Söhnen und Töchtern im Hause ‚Hotel Mama‘.

Mit Berichten von Eltern und Jugendlichen und ihren Erfahrungen dürften Sie sich in der einen oder anderen Situation wiederfinden. Wenn Sie ebenfalls dort anecken, wird Sie dieser Familienratgeber mit Fragen und Antworten unterstützen können. Es gibt verschiedene Faktoren, warum ältere Kinder noch zu Hause wohnen bleiben. Am häufigsten ist ein Studium, kein Geld, zu teure Wohnungen in den Städten, kleiner Lohn, Eltern haben eine grosse Wohnung oder ein Haus. Kinder müssen nicht vollumfänglich für sich selber sorgen – sprich geniessen ihre Freiheit und haben wenig bis keine Pflichten zu erfüllen. ‚Die Super-Opportunisten‘, ‚Die Boomerang Kids‘ und ‚Die Pragmatiker‘ sind hier zu erforschen. Wie häufig kommt es in Haushalten mit erwachsenen Kindern zu Problemen? Wo liegen die Hauptprobleme beim Zusammenleben? Zwei Generationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen! Hier aber eine gute Nachricht: Welches sind die Vorteile im Zusammenleben mit den heranwachsenden Kindern? Dem wird auf den Grund gegangen. Was die reifen Kinder zu Hause hält, die Rolle der Eltern und die Spielregeln für die Finanzen, Versicherungen, den ganzen Haushalt, Legale und illegale Drogen, der allgemeine Umgang untereinander und die Privatsphäre für alle beteiligten. Das Kapitel ‚Tabu Rausschmiss‘ ist immer heikel. Mutter Karin berichtet, dass für sie 24 Jahre Mami sein, genug ist. Da die jüngere Tochter ihre Lehre auch bald beende, wolle sie endlich mehr Freiheiten haben und ein eigenes Zimmer. Ein Gespräch mit den beiden Mädchen Carla 24 und Carina 21 steht wohl an. Das wird schwer werden, weil sie sich Zuhause sehr wohl fühlen und auch Karin sie vermissen wird. Aber Trotzdem, es muss sein.

So kämpfen viele Eltern mit der Loslösung ihrer Nesthocker und nun verwandeln Sie Ihr Zusammenleben mit Ihren Sprösslingen zu einer Win-win-Situation! -> DIE NESTHOCKER