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Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus!

von Gabriel Weber

Lasst uns also fröhlich sein, solange wir noch jung sind, so heisst es in einem bekannten Studentenlied. Um einen Menschen, bei dem die Chose verkehrt läuft, geht es in Das erstaunliche Leben des Max Tivoli von Andrew Sean Greer.

San Francisco, im Sommer 1930: Ein etwa zwölfjähriger Junge mit Knickerbockern und Schirmmütze sitzt da und schreibt seine Memoiren. Bitte was? Seine Memoiren. Wenn Sie jetzt glauben, er habe nichts zu erzählen, dann irren Sie sich. Denn Max Tivoli sieht zwar aus wie ein etwa zwölfjähriger Junge mit Knickerbockern und Schirmmütze, doch in Wirklichkeit ist er schon fast sechzig Jahre alt. Aufgrund eines eigenartigen Naturphänomens verläuft bei ihm nämlich der (äusserliche) Alterungsprozess rückwärts – Max kommt mit dem Aussehen eines Greises zur Welt und wird körperlich mit den Jahren immer jünger und jünger, während sein innerliches Wachstum ganz normal verläuft. Durch diesen seltsamen Umstand wird Max‘ Sozialleben natürlich erheblich verkompliziert. Sein Freund Hughie, ungefähr gleichaltrig, gilt in den Augen der Mitmenschen zuerst als sein Sohn, dann als sein Vater. Seiner grossen Liebe Alice nähert Max sich dreimal in seinem Leben: Beim ersten Mal ist sie ein junges Mädchen und er ein alter Mann; beim zweiten Mal sind sie etwa gleichaltrig; beim dritten Mal schliesslich ist sie eine gestandene Frau und er ein Kind.

Und nun lebt Max Tivoli (er ist übrigens dänischer Abstammung) als angebliches Waisenkind bei einer Pflegefamilie. Sein Ziehbruder Sammy ist es, für den er seine Lebenserinnerungen niederschreibt. Denn Sammy ist nicht nur Max‘ Ziehbruder und Zimmergenosse, sondern noch etwas anderes…

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