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Ein gut integrierter Ausländer

von Gabriel Weber

Das ist er, der Sechseläutenmarsch. Zürichs Lokalhymne ist nämlich kein Schweizer Produkt, sondern hat französische, deutsche und russische Wurzeln. Das Zürcher Frühlingsfest, das Sechseläuten, das übrigens erst kürzlich wieder stattgefunden hat, ist undenkbar ohne diese Melodie.

Der Anlass wird durchgeführt – auf Biegen oder Brechen, auch wenn es giesst, hagelt oder schneit! Dann ziehen die Zünfte durch die Stadt, einst Handwerker-Vereine und politische Mächte, heute so eine Art Herrenclubs. Ob auch Damen mitmachen dürfen, ist umstritten. Hauptsächlich sind und bleiben es Männer (vom Alter, in dem sie noch kaum, bis zum Alter, in dem sie kaum noch laufen können), die in mehr oder weniger kleidsamen historischen Kostümen daherkommen (trotz des weit verbreiteten Vorurteils sind es nicht nur Millionäre, sondern auch ganz gewöhnliche Normalverbraucher). Zum Schluss wird ein Schneemann (der in Wirklichkeit gar nicht aus Schnee besteht), der sogenannte Böögg, auf einem Scheiterhaufen verbrannt (Mein Gott, wie brutal!), wobei die Brenndauer unfehlbare Rückschlüsse auf die Qualität des kommenden Sommers zulässt (an diesem Dogma wird nicht gerüttelt!). Von essentieller Wichtigkeit ist die Blumenfrage. Vom St. Galler Kinderfest unterscheidet sich das Sechseläuten nämlich nicht nur durch die Unabhängigkeit vom Wetter, sondern auch durch die Tatsache, dass man als Zuschauer Blumen an die Umzugsteilnehmer verteilen darf. So sitzen die Leute mit ganzen Wagenladungen von Blumen am Strassenrand – und wenn im Umzug ein Bekannter am Horizont auftaucht, dann ist kein Halten mehr.

Als Möchtegern-Zürcher liebe ich das Sechseläuten. Auch bei buchplanet.ch ist es aktenkundig. Zum Beispiel mit Zürcher Sechseläuten. Constaffel und die 25 Zünfte von Andreas Honegger.

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