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Wir sind alle gleich

von Julia S.

Ich fand das Buch über „Flawil – Anno dazumal“ mit den Gasthäusern und Wirtschaften von früher. Zuerst über das alte Flawil forschend, blieb mir fast der Kaffeelöffel im Hals stecken, als ich folgendes las. Im 19. Jahrhundert traf es Wirtsleute die nicht ortsansässig waren, also keinen Flawiler Bürgerbrief besaßen besonders hart. Bei jenen die ein kleines Einkommen hatten konnte dieser Umstand ehrverletzende Auswirkungen haben. Der Verzug von Zahlungen, aus welchem Grund auch immer und nach mehrmaliger Aufforderung die Schuld zu begleichen, die aber nicht erbracht werden konnte, erteilte man ihnen ein zweijähriges Wirtshausverbot, sie wurden amtlich als ehrlos betrachtet, sie waren ausgeschlossen von Ausübungen ihrer demokratischen Rechte und die Namen dieser ausgeschätzen oder ehrlosen Schuldner wurden öffentlich bekannt gegeben und in Gaststätten angeschlagen. Manchen drohte sogar die Heimschaffung in ihren Heimatort. Ausländer oder Fremdbürger hatten es offensichtlich seit jeher schwer in der Schweiz Fuß zu fassen. Wie mir scheint, dies heute nicht anders ist. Warum ist das so? (Eine Frage, die ich jedem ans Herz legen möchte.) Man hört von vielen Ländern, dass sie sehr gastfreundlich sind. Gehört etwa die Schweiz nicht dazu? Wie behandeln wir Menschen, die nicht Schweizer sind? Nun gut. Interessanter Weise ist es tatsächlich so, dass alle Menschen dazu neigen, das Unbekannte zuerst einmal abzulehnen. Ich empfehle, wenn Sie nicht geübt sind in Fremdem anzunehmen, gehen Sie auf Reisen, lernen Sie andere Kulturen und Traditionen kennen. Ich glaube so lernen wir zu schätzen, wenn etwas oder jemand anders ist oder handelt wie wir selbst sind oder es tun würden. Gerade im Heute mit unseren politischen Umständen und der vielen Zuwanderer lohnt es sich, darüber nachzudenken und ein bisschen aufgeschlossener zu sein. Oder es lohnt sich zu sein und darüber aufgeschlossener zu denken. Ich kenne die Schweiz als sehr gastfreundlich. Witziger Weise sind ebenso die Länder die als gastfreundlich gelten auch bei Massenzuwanderung auf einmal nicht mehr so tolerant. Apropos tolerant, ich wünsche Ihnen liebe Leser einen fröhlichen Frühling mit dem Wunsch; Seid lieb zueinander! 🙂 Wer kein Ausländer sein möchte, also lieber nicht verreist, vergnüge sich doch mit dem Buch FLAWIL – ANNO DAZUMAL über Wirtshäuser die es mal gab und florierten, die noch stehen oder abgerissen wurden, einem neuen Haus oder sogar einer Strasse weichen mussten. Aufschlussreiche Veränderungen, nicht nur spannend für Flawiler.

 

 

 

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