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Sonst spielt‘ ich mit Zepter, mit Krone und Stern

von Gabriel Weber

Einer der bedeutendsten Monarchen in der russischen Geschichte war Peter I., auch Peter der Grosse genannt. Daniil Granin betrachtet in seinem historischen Roman Peter der Grosse diese faszinierende Persönlichkeit.

Fünf Herren sitzen beisammen und sinnieren über den grossen Peter, tragen Episoden und Anekdoten zusammen. Der Zar, der diesen traditionellen Titel durch den Europa-kompatiblen „Kaiser“ ersetzt und eine neue Hauptstadt gründet, ist ein sehr trinkfester Frauenheld. Er hat in seiner Kindheit Schlimmes erlebt; die brutalen Machtkämpfe innerhalb des Adels, ja sogar innerhalb seiner eigenen Familie verfolgen ihn sein ganzes Leben lang. Als Zar verordnet Piotr Alexeiewitsch Romanow, wie er mit vollem Namen heisst, seinem Land eine radikale Modernisierung. Russland soll ein fortschrittliches, europäisches Land werden – und zwar ohne Rücksicht auf Verluste! Zu diesem Zweck unternimmt der Zar sogar Reisen ins Ausland, was keiner seiner Vorgänger je getan hat (berühmt ist die Zeit, die er inkognito als Zimmermann auf einer Werft in Holland verbringt). Peter pfeift auf sämtliche Konventionen und heiratet eine Bauerntochter; Es ist seine zweite Ehe, seine erste Frau hat er verstossen und in ein Kloster gesteckt. Seine überschäumende Energie investiert er in eine Leidenschaft für alles, was mit Handwerk und Technik zu tun hat. Ausserdem „erfindet“ Peter die russische Marine und lässt seinen eigenen Sohn im Kerker zu Tode foltern.

Er machte Russland zur Grossmacht. Modernisierer und Despot, Aufklärer und Tyrann – Peter der Grosse war in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung (nicht nur puncto Äusseres, mit seinen gut zwei Metern überragte er die meisten Zeitgenossen), eine schillernde Figur der Weltgeschichte.

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