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Wien, Wien, nur du allein…

von Gabriel Weber

Wohl in keiner anderen Stadt ist die Geschichte der europäischen Musik so gegenwärtig wie in Wien.

Die Wiener Staatsoper, die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben (Blog vom 20. Februar 2014) geniessen zu Recht Weltruhm. Aber auch vergangene Grösse ist in der österreichischen Hauptstadt sehr gut spürbar. Unweit des Stephansdoms kann man beispielsweise die einzige noch im Original erhaltene Wiener Wohnung von Wolfgang Amadeus Mozart besichtigen. In der Nähe der heutigen Staatsoper steht das Palais Lobkowitz, wo mit der Eroica eines der bekanntesten Werke von Ludwig van Beethoven uraufgeführt wurde – der Komponist, bereits ziemlich schwerhörig, dirigierte persönlich. Am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz befindet sich das ehemalige Konvikt der Hofsängerknaben, wo Franz Schubert die Schulbank drückte. Bei der Trauerfeier für Anton Bruckner in der Karlskirche war auch ein protestantischer Kollege anwesend, der selber nur noch ein halbes Jahr zu leben hatte: Johannes Brahms. Ebenfalls in der Karlskirche führte Gustav Mahler seine Alma zum Traualtar. Im gleichen Quartier, dem IV. Bezirk (Wieden), wohnte bzw. residierte Johann Strauss in einem vornehmen Palais, das den Wohlstand des Walzerkönigs demonstrierte. Sein Vater und Vorgänger gleichen Namens, dem die Welt den Radetzkymarsch verdankt und der seinem Sohn übrigens die Musikerlaufbahn streng verbot, stammte aus dem II. Bezirk (Leopoldstadt). Draussen in Gumpendorf wohnte und starb Joseph Haydn. Antonin Dvorak pflegte bei seinen Wien-Aufenthalten stets im Hotel „Zum goldenen Lamm“ an der Wiedner Hauptstrasse abzusteigen.

Kurt Dieman trägt in einem dicken Walzer, äh, ich meine Wälzer mit dem Titel Musik in Wien diese verschiedenen Schauplätze zusammen. Donau so blau, so blau, so blau…

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