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Wo Dumas Hof hielt

von Gabriel Weber

Alexandre Dumas père sass pro Tag zwölf Stunden lang an seinem Schreibtisch, schrieb (zwecks Zeitersparnis) buchstäblich ohne Punkt und Komma und beschäftigte mehrere Mitarbeiter. Es lohnte sich: Am 25. Juli 1847 weihte er sein Château de Montechristo ein, das er sich in der Ile de France hatte bauen lassen – ein prachtvolles Bauwerk, genauso verschwenderisch und extravagant wie sein Besitzer. Das kann man in Ralf Nestmeyers Buch Französische Dichter und ihre Häuser nachlesen.

Jules Verne zog 1871 nach Amiens – und blieb bis zu seinem Tod 1905 dort. Der Erfolg seines Romans Notre Dame de Paris ermöglichte Victor Hugo 1832 den Umzug in eine repräsentative Wohnung an der Place des Vosges in Paris. Im Herzen Frankreichs liegt Schloss Nohant, wo Aurore Dupin, besser bekannt als George Sand, prominente Gäste empfing, wie zum Beispiel ihren Freund Frédéric Chopin. Honoré de Balzac versteckte sich in Passy (damals noch ein ländlicher Vorort von Paris) vor seinen Gläubigern. Auch als berühmte Schriftstellerin fühlte Colette sich dem Dorf, in dem sie aufgewachsen war, immer noch verbunden – Saint-Saveur-en-Puisaye. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen Jean Cocteau und sein damaliger Lebensgefährte, der Schauspieler Jean Marais (siehe Blog vom 27. September 2016, ganz unten), ein Haus in Milly-la-Forêt. Die Beziehung zwischen den beiden Männern hielt nicht mehr lange, seinem Häuschen auf dem Lande hingegen blieb Cocteau bis an sein Lebensende treu.

Übrigens wohnte der Verfasser der Drei Musketiere und des Grafen von Monte Christo nicht sehr lange in seinem Märchenschloss: Schon bald musste das ganze Anwesen zwangsversteigert werden, weil der Hausherr bis über beide Ohren verschuldet war…

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