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Archiv vom März, 2017

30. März 2017

Wien, Wien, nur du allein…

by Gabriel Weber

Wohl in keiner anderen Stadt ist die Geschichte der europäischen Musik so gegenwärtig wie in Wien.

Die Wiener Staatsoper, die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben (Blog vom 20. Februar 2014) geniessen zu Recht Weltruhm. Aber auch vergangene Grösse ist in der österreichischen Hauptstadt sehr gut spürbar. Unweit des Stephansdoms kann man beispielsweise die einzige noch im Original erhaltene Wiener Wohnung von Wolfgang Amadeus Mozart besichtigen. In der Nähe der heutigen Staatsoper steht das Palais Lobkowitz, wo mit der Eroica eines der bekanntesten Werke von Ludwig van Beethoven uraufgeführt wurde – der Komponist, bereits ziemlich schwerhörig, dirigierte persönlich. Am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz befindet sich das ehemalige Konvikt der Hofsängerknaben, wo Franz Schubert die Schulbank drückte. Bei der Trauerfeier für Anton Bruckner in der Karlskirche war auch ein protestantischer Kollege anwesend, der selber nur noch ein halbes Jahr zu leben hatte: Johannes Brahms. Ebenfalls in der Karlskirche führte Gustav Mahler seine Alma zum Traualtar. Im gleichen Quartier, dem IV. Bezirk (Wieden), wohnte bzw. residierte Johann Strauss in einem vornehmen Palais, das den Wohlstand des Walzerkönigs demonstrierte. Sein Vater und Vorgänger gleichen Namens, dem die Welt den Radetzkymarsch verdankt und der seinem Sohn übrigens die Musikerlaufbahn streng verbot, stammte aus dem II. Bezirk (Leopoldstadt). Draussen in Gumpendorf wohnte und starb Joseph Haydn. Antonin Dvorak pflegte bei seinen Wien-Aufenthalten stets im Hotel „Zum goldenen Lamm“ an der Wiedner Hauptstrasse abzusteigen.

Kurt Dieman trägt in einem dicken Walzer, äh, ich meine Wälzer mit dem Titel Musik in Wien diese verschiedenen Schauplätze zusammen. Donau so blau, so blau, so blau…

28. März 2017

Klatsch und Tratsch

by Gabriel Weber

Sie war die Klatschreporterin par excellence, die Königin der amerikanischen Boulevardpresse: Hedda Hopper (1890-1966). In Hollywood ungeschminkt berichtet sie aus dem Hollywood vergangener Jahrzehnte.

Der steinreiche Presse-Magnat William Randolph Hearst konnte die Schauspielerin Marion Davies nicht heiraten, weil seine angetraute Ehefrau Milicent ihm hartnäckig die Scheidung verweigerte. Dafür überschüttete Hearst seine Marion mit Geschenken und wollte sie unbedingt zum Star machen. Was sie wollte, war eine ganz andere Frage… Die Eltern von Kinderstars wie Jackie Coogan oder Judy Garland werden von Hedda mit ätzendem Spott bedacht. Auch der tyrannische Film-Alleinherrscher Louis B. Mayer kommt bei ihr gar nicht gut weg (das muss ein grässlicher Mensch gewesen sein; wehe, wenn ein Filmstar von MGM ohne Mayers Erlaubnis heiratete!). Elizabeth Taylor und ihre diversen Ehemänner gehörten ebenso zum Bekanntenkreis der Journalistin wie Marilyn Monroe. Hedda weiss zu erzählen, dass Samuel Goldwyn und Shirley MacLaine eines Abends gemütlich zusammen etwas trinken gingen – und leider zu spät feststellten, dass keiner von ihnen Geld bei sich hatte. Oder dass sie, wenn sie neue Ideen brauchte und ihr nichts einfiel, nur das Fenster öffnete und zuhörte, wie sich im Haus nebenan Errol Flynn mit seiner Frau zankte. Joan Crawford lebte zwar auf grossem Fuss, putzte jedoch eigenhändig den Fussboden im Badezimmer. Als Hedda Elvis Presley kennen lernte, war sie von ihm sehr positiv überrascht. Clark Gable war einer ihrer besten Freunde, mit Orson Welles hingegen kam sie nicht gut aus.

Hedda Hopper ermöglicht es dem Leser, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – einen sehr aufschlussreichen Blick!

27. März 2017

Wahrheit oder Mythos

by Julia S.

Gehen Sie mit Michael Imhof auf Spurensuche nach einer legendären Frau. In seinem Buch DIE PÄPSTIN JOHANNA finden Sie die Antwort auf die Frage, Wahrheit oder Mythos?

Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurde Johanna als Päpstin mit Namen Johannes der VII. benannt. Wie selbstverständlich wurde sie z. B. in der Schedelschen Weltchronik von 1493 aufgeführt und abgebildet. So fügte sowohl 1277 der Dominikaner Martin von Troppau die Päpstin in seiner Chronik der Päpste und Kaiser ein als auch der päpstliche Bibliothekar Bartolomeo Platina (†1481), um zwei prominente Autoren zu nennen. Wie der Blick auf die Papstabfolge zeigt, fällt es schwer, einen weiteren Papst und insbesondere eine Päpstin historisch in die Papstliste hinzuzufügen. Wie erklärt sich aber, dass über Jahrhunderte hinweg eine Päpstin (aus dem wahrscheinlich 9. Jahrhundert) als Realität angenommen wurde? Als Beleg für die Existenz einer Päpstin wird häufig die angebliche „Männlichkeitsprüfung“ des neu gewählten Papstes angeführt. Diese phantasievolle Spekulation entstand aufgrund der für Außenstehende unverständlichen Zeremonie bei der Papst-Einführung. Das gemeine Volk und selbst einige Kleriker vermuteten, der Papst würde ohne Unterwäsche unter dem Ornat auf einen Toilettenstuhl gesetzt, durch dessen Loch in der Sitzfläche ein Prüfer das Geschlecht feststellte. Diese Maßnahme sei nach dem Skandal um die Päpstin Johanna eingeführt worden. Demnach habe das römische Volk erneut seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert das Sitzen des neugewählten Papstes auf spätantiken Sesseln mit runden Öffnungen in der Sitzplatte als Männlichkeitskontrolle interpretiert.

Noch heute scheiden sich die Geister an der Frage, ob Johanna wirklich existiert hat. Ich tendiere mal, dass die weibliche Welt sich an dieser Hoffnung erfreut, dass die Dame den hohen, kirchlichen Stuhl besetzt hatte. Die Zuversicht, dass in naher Zukunft auch ein weibliches Geschlecht auf dem Thron der Kirche Platz nehmen darf besteht fort. Denn warum sollte die Frau, nicht ebenso gut in der Nachfolge Christi sein wie es bis heute das männliche Geschlecht tut. Der aktuelle Papst Franziskus scheint mir ein starker Hoffnungsträger zu sein für das friedliche Zusammenleben aller Menschen. Sein persönlicher Charakter – wenn er nicht zu sehr verpflichtet wäre den päpstlichen Richtlinien zu folgen – folgt vorbildlich und treu Jesus‘ Nächstenliebe, Gebote und dessen Nachfolge. Hut ab, für soviel Mut in unserer vermeintlich ‚Modernen‘ Zeit.

23. März 2017

Der 14. Stuhl

by Gabriel Weber

Dass in feudalen englischen Landsitzen fast immer irgendwie der Wurm drin ist, weiss man ja (siehe Blogs vom 14. Oktober 2014 und vom 2. Februar 2016). Jetzt bei buchplanet.ch: Meister der 13 Stühle von Henry Porter.

1962: Nach dem Tod seiner Mutter kommt der junge Kim Greenwood nach Skirl, dem Stammsitz der Familie Drago, der Kims Mutter entstammte. Ein ausgedehntes Labyrinth von Zimmern, Sälen, Korridoren und Treppen – da muss ja etwas faul sein! Kim jedenfalls ist sich sicher, dass es in seinem neuen Zuhause spukt. Und es dauert nicht lange, da geht es auch schon los: Das Dienstmädchen Bella verschwindet spurlos, niemand hat eine Ahnung, was ihr zugestossen ist. Ein seltsamer Fremder mit dem klangvollen Namen Ighty Ma-tuu Clava (oder „Iggy“, wie Kim ihn der Einfachheit halber nennt), offenbar ein entfernter Verwandter, taucht auf. Durch ihn erfährt Kim von einem mysteriösen Fluch, der auf der Familie Drago lastet. Elf Familienmitglieder sind bereits unter geheimnisvollen Umständen ums Leben gekommen – möglicherweise ist Kim der nächste Kandidat! Zusammen mit Iggy macht er sich auf den Weg in den Irrgarten der Zimmer von Skirl, um das Geheimnis zu lüften… Dann wären da noch Colonel Drago, der Besitzer von Skirl und Kims Grossonkel; Alba Hockmuth und Mr Quake, Hausdrache und Hauslehrer wie aus dem Märchenbuch; ein ausgestopfter, aber trotzdem sehr mitteilsamer Vogel (ein Riesenalk, um genau zu sein, übrigens das letzte Exemplar seiner Art); Geister mit sprechenden Namen wie Old Tricky oder Stinking Billy; eine geheimnisvolle prähistorische Brücke über den Fluss Tarle mit einem noch geheimnisvolleren und nicht besonders sympathischen Brückenwächter; und ein seltsames Gemälde in einem abgelegenen Raum von Skirl, ein Gemälde, das zwar harmlos wirkt, aber viel mehr zeigt, als man auf den ersten Blick sieht.

Wer ist der Meister der 13 Stühle? Werden auch die letzten männlichen Dragos – nämlich Kim, Iggy und der Colonel – dem Fluch zum Opfer fallen?

21. März 2017

Brüderchen, komm tanz mit mir…

by Gabriel Weber

Geschwister (siehe Blog vom 16. März 2017) und Familien spielen auch in Prügelknabe von Jana Frey eine wichtige Rolle.

Elias ist übrig geblieben, man kann es nicht anders ausdrücken. Die Pest hat seine Familie und das ganze Dorf ausgerottet. Auch dem jüdischen Mädchen Sulamith geht es nicht besser. Ihre Familie und ihr Dorf sind einem antisemitischen Pogrom zum Opfer gefallen. Gemeinsam ziehen die beiden Waisenkinder in die Welt hinaus. Unterwegs gerät Elias in ein Kloster, dessen Abt sich nicht nur als sadistischer Tyrann, sondern auch als Menschenhändler erweist, der elternlose Novizen (also solche, die niemand vermisst) zwecks künstlicher Verstümmelung und anschliessender Ausstellung auf Jahrmärkten ins Ausland verkauft. Doch zum Glück lebt in diesem Kloster auch Bruder Laurenzio, der Elias und seine angebliche Schwester Maria (alias Sulamith) als Pflegekinder bei seinen reichen Verwandten unterbringt. Im Haus des Herzogs Ferdinand von Bellingen erwartet die Beiden ein Leben im Wohlstand, wie sie es sich nie hätten träumen lassen. Doch es ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt: Die Herzogin bringt zwar am laufenden Band Kinder zur Welt (mindestens neun Schwangerschaften, darunter zweimal Zwillinge), aber viele sind schon ganz früh gestorben. Jene, die noch leben, sind schwach und kränklich und ungeschickt. Der Bauernjunge Elias hingegen ist stark, gesund, mutig, gewandt beim Reiten und Fechten und obendrein auch noch sehr klug! Das weckt nicht nur den Neid seiner Ziehbrüder, sondern auch den Zorn des Herzogs, der Elias beim geringsten Anlass fast zu Tode prügelt – aus lauter Wut und Enttäuschung darüber, dass dieser Bauernlümmel seiner eigenen (etwas degenerierten) Nachkommenschaft in fast jeder Hinsicht überlegen ist. Wo soll das noch hinführen? Und wird Sulamith tatsächlich den unsympathischen Bruder des Herzogs heiraten müssen?

Besonders interessant ist die faszinierend widersprüchliche Figur des Herzogs Ferdinand. Brutal und grobschlächtig einerseits, liebevoll und durch die vielen Todesfälle in seiner Familie psychisch geschädigt andererseits.

20. März 2017

Lesezeichen 40 – Lassen Sie ihn zu…

by Julia S.

…den Frühling! Machen Sie sich frei, schlüpfen Sie in leichtere, angenehmere Kleidung und genießen Sie wieder länger die Sonne.

 

Diese Buchzeichen animieren Sie wieder die süßen Düfte der Frühlingsblümchen zu er- schnüffeln und sich auf das zu besinnen, was wirklich täglich zählt.

 

 

 

Lassen Sie nicht nur die Pflanzen aus allen Ecken sprießen, sondern auch Ihren Lebensmut, Ihre Liebeslust und Ihren wachen Geist auferstehen.

 

 

 

 

 

Ziehen Sie Ihre Kinder mit ins Boot, äh nach draußen…und denken Sie daran, dass ein Buchzeichen praktischere Anwendung findet in einem Buch als auf einem Smart- phone.

16. März 2017

Das Salz in der Suppe der Kindheit

by Gabriel Weber

Das sind Geschwister, ganz besonders ältere (Ich muss es wissen, ich habe nämlich selber deren drei). Einzelkinder sollten ersatzweise wenigstens Selma Noorts Buch Immer diese Dickköpfe lesen – dann merken sie, was ihnen entgeht bzw. erspart bleibt.

Die kleine Mare ist mit zwei älteren Brüder gesegnet, die Sil und Gert heissen. Da ist immer etwas los. Besonders dann, wenn Sil sich wieder einmal einbildet, alles bestimmen zu müssen, nur weil er zufälligerweise der Älteste ist. Oder dann, wenn man Dinge teilen muss und nicht teilen will. Aber manchmal, ja manchmal sind Geschwister auch sehr praktisch. Zum Beispiel dann, wenn einem im Kindergarten plötzlich schlecht wird und man einen netten grossen Bruder hat, der einen nach Hause bringt und sich um einen kümmert. Oder wenn man einmal schlechte Laune hat und das dringende Bedürfnis verspürt, sich mit irgendjemandem zu streiten. Oder wenn man bei einem Gewitter zu jemandem ins Bett kriechen kann, der ebenso viel Angst hat wie man selber. Und hin und wieder müssen die Kinder einfach zusammenhalten, denn schliesslich sind sie ja zu dritt und die Eltern nur zu zweit, hähä…

Die Lektüre dieses Buches ist allen (älteren oder jüngeren) Geschwistern und solchen, die es werden wollen, wärmstens zu empfehlen!

14. März 2017

Sherlock geht auf Tortenjagd

by Gabriel Weber

Manchmal sind Sherlock Holmes und Dr. Watson auch ausserhalb Englands tätig.

Die GAKK (grösste anzunehmende kulinarische Katastrophe) veranlasst den Wiener Anwalt Dr. Felix Rappaport, Sherlock Holmes um Hilfe zu bitten. Aus dem Tresor in seiner Kanzlei ist das Originalrezept der berühmten Sachertorte gestohlen worden! Bei einem Desaster dieser Grössenordnung kann ja wohl nur der beste Detektiv der Welt helfen. So kommen Holmes und Watson nach Wien und übernehmen den Fall, den sie zunächst nicht besonders ernst nehmen. Wie schwierig kann es für einen Sherlock Holmes schon sein, ein läppisches Tortenrezept aufzustöbern? Es läuft zunächst wie immer: Holmes tut, was er für richtig hält, bleibt manchmal tagelang weg, ohne Watson auf dem Laufenden zu halten, und sein Mitarbeiter – wie immer schwer von Begriff – zappelt gewaltig. Nur ab und zu taucht der Meisterdetektiv auf. Er ergeht sich in vielsagenden Andeutungen, verschwindet dann wieder und lässt den armen Watson (und mit ihm den Leser) ziemlich ratlos zurück. Bald stellt sich heraus, dass die Angelegenheit doch nicht ganz so simpel und harmlos ist, wie man zuerst vermutete. Jemand versucht, Holmes umzubringen! Die Eigentümerin des besagten Rezepts, die Hotelbesitzerin Anna Sacher, erweist sich als nicht besonders kooperativ. Vermutlich ist eine sehr wichtige, einflussreiche Persönlichkeit in den Fall verwickelt. Handelt es sich vielleicht um etwas Politisches? Sind möglicherweise sogar Geheimdienste beteiligt? Ist die Lösung des Rätsels in den legendären Séparées des Hotels Sacher zu finden?

Hoch lebe die Sachertorte (siehe Blog vom 9. Oktober 2014)! Jetzt bei buchplanet.ch: Sherlock Holmes und das Geheimnis der Sachertorte von Gerhard Tötschinger.

13. März 2017

Sitzen Sie richtig?

by Julia S.

Das Gleichgewicht der Darmflora ist wichtig, obwohl meistens unterschätzt. Allergien, Depressionen und Übergewicht hängen oft mit einer ungesunden Darmflora zusammen. Giulia Enders befasst sich in ihrem Ratgeber DARM MIT CHARME über anregende Themen und durchleuchtet mit lustigen Illustrationen das unterschätzte Organ.

Bei der Entwicklung der Darmflora, als Baby in der Gebärmutter sind wir in der Regel völlig keimfrei. Unsere Nahrung wird vorverdaut, unser Sauerstoff vorgeatmet. So filtern mütterliche Lunge und Darm alles, bevor es zu uns kommt. Wir sind ummantelt von der Fruchtblase und umschlossen von einer muskulären Gebärmutter, die wiederum durch einen dicken Pfropfen zugekorkt ist wie ein großer Tonkrug. Dieser Zustand ist außergewöhnlich. Wir werden nie wieder in unserem Leben so behütet und so alleine sein. Übrigens, wenn Ihnen nicht nur das Leben sauer aufstößt, sondern auch nach dem Essen etwas im Magen rumpelt, dann erklärt Ihnen die Enders, dass auch der Magen stolpern kann. Seine glatte Muskulatur kann genauso Gehfehler haben wie die quergestreifte Muskulatur der Beine. Wenn dabei etwas wie Magensäure an Orte gelangt, die nicht dafür ausgestattet sind, brennt es. Apropos „sauer“, Tiere scheinen nicht alle gut erbrechen zu können, wenn sie versehentlich giftige Pflanzen gefressen haben. Im Grunde können wir also erst mal mächtig stolz sein, wenn wir uns röhrend über einer Kloschüssel krümmen. Während der Brechtiraden kann man die kurzen Kotzpausen zum Grübeln nutzen. Der famose Eiersalat von Nummer 32 hat sich erstaunlich gut gehalten, als er von seinem Kurztrip in die Magengefilde zurückkehrt. Zu den ausgefallenen Überschriften in diesem Buch gehört unter anderem auch die Frage „Wie geht kacken? – …und warum das eine Frage wert ist“. Dann gibt’s „Eine kleine Lektüre zum Kot“ von Bestandteile, Farbe und Konsistenz (hoffentlich sind Sie nicht gerade beim Mittagessen). „Prachthaufen durch Kotgleiter“ – klingt nach einer fabelhaften Freizeitaktivität: Kotgleiten – das Paragliding des Dickdarms! Mit Rat zu „Wie der Darm das Hirn beeinflusst“ und „Laktose- und Fruktose-Intoleranz“ oder „Von gereizten Därmen, Stress und Depressionen“ steht uns die Autorin bei, wenn Sie das witzig beschriebene Kot-Kotzbuch bei uns im www.buchplanet.ch bestellen möchten; Paragliden Sie um die Wette mit Ihrer Darmflora!

9. März 2017

Wo Dumas Hof hielt

by Gabriel Weber

Alexandre Dumas père sass pro Tag zwölf Stunden lang an seinem Schreibtisch, schrieb (zwecks Zeitersparnis) buchstäblich ohne Punkt und Komma und beschäftigte mehrere Mitarbeiter. Es lohnte sich: Am 25. Juli 1847 weihte er sein Château de Montechristo ein, das er sich in der Ile de France hatte bauen lassen – ein prachtvolles Bauwerk, genauso verschwenderisch und extravagant wie sein Besitzer. Das kann man in Ralf Nestmeyers Buch Französische Dichter und ihre Häuser nachlesen.

Jules Verne zog 1871 nach Amiens – und blieb bis zu seinem Tod 1905 dort. Der Erfolg seines Romans Notre Dame de Paris ermöglichte Victor Hugo 1832 den Umzug in eine repräsentative Wohnung an der Place des Vosges in Paris. Im Herzen Frankreichs liegt Schloss Nohant, wo Aurore Dupin, besser bekannt als George Sand, prominente Gäste empfing, wie zum Beispiel ihren Freund Frédéric Chopin. Honoré de Balzac versteckte sich in Passy (damals noch ein ländlicher Vorort von Paris) vor seinen Gläubigern. Auch als berühmte Schriftstellerin fühlte Colette sich dem Dorf, in dem sie aufgewachsen war, immer noch verbunden – Saint-Saveur-en-Puisaye. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen Jean Cocteau und sein damaliger Lebensgefährte, der Schauspieler Jean Marais (siehe Blog vom 27. September 2016, ganz unten), ein Haus in Milly-la-Forêt. Die Beziehung zwischen den beiden Männern hielt nicht mehr lange, seinem Häuschen auf dem Lande hingegen blieb Cocteau bis an sein Lebensende treu.

Übrigens wohnte der Verfasser der Drei Musketiere und des Grafen von Monte Christo nicht sehr lange in seinem Märchenschloss: Schon bald musste das ganze Anwesen zwangsversteigert werden, weil der Hausherr bis über beide Ohren verschuldet war…