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Der grosse Unbekannte

von Gabriel Weber

Am 14. Dezember 1833 wurde im Hofgarten in Ansbach ein junger Mann niedergestochen und erlag drei Tage später seinen Verletzungen – trotz seiner Jugend einer der berühmtesten Männer Europas: Kaspar Hauser.

Auf dem Unschlittplatz in Nürnberg ist es, wo am Pfingstmontag, dem 26. Mai 1828, ein junger Bursche auftaucht, der offensichtlich kaum gehen und sprechen (aber, wie sich wenig später herausstellt, seinen Namen schreiben) kann. Er hat einen Brief bei sich, der an einen in Nürnberg ansässigen Offizier adressiert ist. In diesem anonymen Schreiben wird behauptet, der Junge sei ein Findelkind und stets in einem Haus aufgewachsen, ohne je nach draussen zu kommen. Der Adressat bedankt sich für den ungebetenen Besuch und übergibt Kaspar der Polizei. Diese wiederum gibt ihn in die Obhut von Professor Georg Friedrich Daumer. Neugierig beglotzt die Welt diesen Fremdling, der auf dem geistigen Entwicklungsstand eines kleinen Kindes stehengeblieben zu sein scheint. Offenbar hat er wirklich seine ganze Kindheit in einem dunklen Loch verbracht, gut versorgt und gepflegt, jedoch ohne Kontakt zur Aussenwelt. Am 17. Oktober 1829 wird auf Kaspar ein Mordanschlag verübt, der die Öffentlichkeit aufhorchen lässt: Wer könnte ein Interesse daran haben, diesen Niemand aus dem Weg zu räumen? Da muss etwas dahinterstecken! Noch mysteriöser wird die Sache durch Lord Stanhope, einen reichen Engländer, der Kaspar mit Geld überschüttet und sogar die Vormundschaft übernimmt. Der Jurist und Staatsbeamte Anselm von Feuerbach lässt Europas Fürstenhöfe erbeben durch die Vermutung, Kaspar sei in Wirklichkeit der legitime Sohn des Grossherzogs von Baden – aus dem Verkehr gezogen, um einem Anderen die Thronfolge zu ermöglichen…

Noch auf seinem Grabstein wird Kaspar Hauser als aenigma sui temporis bezeichnet, als Rätsel seiner Zeit. Ulrike Leonhardt vertritt in ihrem Buch Prinz von Baden, genannt Kaspar Hauser die Ansicht, Kaspar sei tatsächlich der badische Thronfolger gewesen. Ebenfalls bei buchplanet.ch: Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben eines Menschen von Anselm von Feuerbach.

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