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„Daas git Lääbe, daas git Lääbe!“

von Gabriel Weber

So kommentiert HD-Soldat Läppli (alias Alfred Rasser) vergnügt das stundenlange Exerzieren. Die Vorlage für die Erlebnisse des Hilfsdienst-Soldaten Theophil Läppli aus Basel war die berühmte Militär-Satire Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk von Jaroslav Hasek.

Josef Schwejk aus Böhmen handelt mit Hunden und leidet an Rheumatismus, aber ansonsten tut er niemandem etwas zuleide. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, gerät er plötzlich in das Räderwerk der k. u. k. Behörden. Zuerst wird er für ein Weilchen verhaftet (wegen unvorsichtiger Äusserungen bezüglich des Todes von Erzherzog Franz Ferdinand), dann muss er in die Armee. Doch ob Gefängnis, Psychiatrische Klinik oder Militär, ob im Krankenzimmer oder als Ordonnanz – der unverwüstliche Schwejk ist nicht kleinzukriegen. Er bringt jede Autorität auf die Palme! Im Krankenzimmer der Kaserne werden die Patienten (ganz egal, ob Simulanten oder wirklich krank) so gequält, dass sie schliesslich lieber an die Front gehen, als diese Tortur noch länger auszuhalten; doch Schwejk mit seinem Rheuma gibt nicht nach. Es geht zuletzt doch an die Front; jeder andere würde jammern, aber Schwejk freut sich darauf. Dabei ist er immer nett und höflich (wenn er sich nicht gerade mit einem sturzbetrunkenen Feldprediger befassen muss, in einem solchen Fall kann er schon mal deutlich werden) und möchte es nach Möglichkeit allen recht machen. Ausserdem hält er sich stets an folgendes Motto: Ein Soldat darf nicht denken. Wenn er erst einmal anfängt zu denken, ist er kein Soldat mehr, sondern nur noch ein ganz gewöhnlicher Zivilist! Genau dadurch treibt Schwejk die Offiziere zur Verzweiflung – und dadurch, dass er für jede passende (und unpassende) Gelegenheit irgendeine Anekdote aus seinem umfangreichen Bekanntenkreis parat hat.

Verblödung im Dienst, Pedanterie, Brutalität, Schlamperei, Überheblichkeit… Jaroslav Hasek beschreibt das Militär Österreich-Ungarns jenseits aller k. u. k. Romantik. Na, das waren ja schöne Zustände! Kein Wunder, dass die Donaumonarchie den Krieg verloren hat.

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