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Der Zar schippt Schnee

von Gabriel Weber

Nächstes Jahr jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal. Jemand, der den Glanz und den Untergang des einst glamourösesten Herrscherhauses Europas aus nächster Nähe miterlebt hat, war Tatjana Botkin. Ihre Erinnerungen an die Zarenfamilie sind jetzt bei buchplanet.ch erhältlich.

Tatjana ist die Tochter von Dr. Jewgeni Sergejewitsch Botkin, dem Leibarzt von Zar Nikolaus II. Nachdem er diesen Posten erhalten hat, zieht er mit seiner Frau Olga sowie den Kindern Dimitri, Juri, Tatjana und Gleb nach Zarskoe Selo, der Residenz des Zaren südlich von St. Petersburg. Weil der Thronfolger an Hämophilie leidet und auch die Zarin von recht schwacher Gesundheit ist, muss der Leibarzt oft seines Amtes walten. Infolgedessen entwickelt sich zwischen den Familien Botkin und Romanow eine enge Beziehung. Botkin ist nicht nur der Arzt, sondern auch ein enger Vertrauter des Zaren, den er nach der Revolution 1917 auch in die Gefangenschaft nach Tobolsk (Sibirien) begleitet. Als die Gefangenen dann später nach Jekaterinburg verlegt werden, geht Dr. Botkin mit – und er geht dort zuletzt auch mit der Zarenfamilie in den tödlichen Keller (Blog vom 16. Dezember 2013). Tatjana hingegen bleibt in Tobolsk zurück; dieser Umstand rettet ihr das Leben.

Tatjana Botkin schreibt mit viel Sympathie und Wärme über die Familie Romanow. Wohl ist ihre Sicht ein bisschen einseitig, aber das liegt in der Natur von Memoiren. Ergänzt wird das Ganze durch historische Fotografien. Der Ex-Zar beim Schneeschaufeln; Die Zarenkinder nach einer schweren Erkrankung, alle fünf mit kahlrasierten Köpfen; der lächelnde Zarewitsch Alexei in Uniformmantel und Pelzmütze, vermutlich das letzte existierende Bild von ihm…

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