Blog von buchplanet.ch | gebrauchte Bücher zu unschlagbaren Preisen

Ich bin (k)ein Berliner!

von Gabriel Weber

Lange galt Frankreich als der „Erbfeind Deutschlands“. Aber in Berlin haben schon immer  – oder doch jedenfalls seit der Zeit der Hugenotten – relativ viele Franzosen gelebt und die örtliche Sprache, den berühmten Berliner Jargon (da fängt es schon an!), mitgeprägt.

Friedrich der Grosse, einer der berühmtesten Monarchen in der deutschen Geschichte, sprach besser und öfter französisch als deutsch. Dass der höchste preussische Militärorden Pour le Mérite hiess, ist kein Zufall, dann gibt es das Berliner Krankenhaus Charité, ferner die Schlösser Sanssouci und BellevueEenen uff de Lampe giessen kommt von lamper (übermässig trinken). Mutterseelenallein hat weder mit Müttern, noch mit Seelen etwas zu tun, sondern stammt von moi tout seul (ich ganz allein) ab. Der Gebrauch von Ick und Icke entspricht in etwa dem französischen Je und Moi. Das Portepee spielte im preussischen Militär eine wichtige Rolle. Noch heute wird in Berlin manchmal von einer Chose, einer Chaussee oder von einem Milieu (beziehungsweise einem Miljö) gesprochen. Dann gibt es auch noch den Effee (effet) und das Karree (carré). Man isst Buljong (bouillon), bis man davon de Neese pleng (plein) hat oder bis sie schlicht und einfach alle (allé) ist.

Interessierten sei Französisch im Berliner Jargon von Ewald Harndt empfohlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.