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Von Adamstöchtern und Evassöhnen

von Gabriel Weber

Homosexuelle Menschen wurden jahrhundertelang verfolgt, diskriminiert und ausgestossen – und werden es bedauerlicherweise vielerorts auch heute noch. Selbst hier in unserem ach so modernen, fortschrittlichen Abendland sind Homosexuelle immer noch Diskriminierungen ausgesetzt. Die unzähligen Begriffe (vornehme und weniger vornehme), die es in Bezug auf Homosexualität gibt, hat Jody Skinner in Warme Brüder, Kesse Väter zusammengefasst.

Dass gleichgeschlechtliche Liebe früher als etwas Verbotenes, ja Verbrecherisches galt, hat sich natürlich in der Sprache niedergeschlagen: unnatürliches Laster, namenlose Sünde, objektive Verwirrung, Ausschweifung gegen die NaturKetzerei sind nur einige Ausdrücke. Oft werden in diesem Zusammenhang Wörter verwendet, die mit falsch- oder verkehrt- beginnen, wie um zu beweisen, Schwule und Lesben seien grundsätzlich „lätz gwicklet“. Viele Begriffe betonen das „Anderssein“ von Homosexuellen („die sind einfach anders als wir“): vom anderen Ufer, vom anderen Bahnsteig, von der anderen Fakultät. Andere suggerieren, Homosexualität sei etwas fremdes, ausländisches („bei uns gibt es sowas nicht“): griechische Liebe, welsche Hochzeit, italienisches Laster. Dann gibt es natürlich auch noch Ausdrücke, die schlicht beleidigend sind, wie Sodomit oder Knabenschänder. Auch schwul ist leider für viele Männer (und Jungen) immer noch ein Schimpfwort.

Gurke ist eine Bezeichnung für den Penis. Dementsprechend ist ein Homosexueller ein Gurkenheinrich und eine homosexuelle Orgie ein Gurkensalat.

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