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Olivers Kollegen

von Gabriel Weber

So eine Art Charles Dickens für Anfänger ist Die kleinen Diebe tauchen ab von Bowering Sivers.

Die Perkinski-Brüder – Jem, Ned und Billy – gehören zur untersten Unterschicht des viktorianischen England. Ihre Tage verbringen sie damit, in London herumzustreunen und Geld aufzutreiben, entweder durch Betteln, durch allerlei Arbeiten oder durch Stehlen. Natürlich geraten die Brüder da manchmal mit anderen Strassenkindern aneinander. Aber das ist nichts gegen den Schlamassel, in den der Vater der drei hineingeraten ist. Als Preisboxer in einem nicht sehr vornehmen Milieu hat er sich nämlich mit einem Gegner mit dem sprechenden Namen Killer Kelly angelegt und muss für eine Weile untertauchen. Weil die Jungen dadurch kein Zuhause mehr haben, werden sie prompt als Vagabunden verhaftet und ins Arbeitshaus am Strand gebracht (so eine Art Gefängnis für Leute, deren unverzeihliches Verbrechen darin besteht, arm zu sein). Die Situation in diesem Arbeitshaus ist katastrophal – armselig, unhygienisch, brutal (wer arm war und der Allgemeinheit zur Last fiel, hatte es nach damaligem Verständnis nicht besser verdient) – , deshalb wollen Jem, Ned und Billy nur eines: raus, und zwar so schnell wie möglich. Glücklicherweise sind die Perkinskis kürzlich Mitglieder des Vereins der Strassenfeger-Kinder vom Trafalgar Square geworden – nicht ganz freiwillig, mehr der Umstände wegen. Aber jetzt erweist sich dieses Mitgliedschaft als nützlich, denn die Strassenfeger-Kinder rücken aus, um ihre Kameraden zu befreien.

Der Glanz und die Pracht des viktorianischen England waren die eine Seite; diese war die andere, die weniger erfreuliche Seite, die schon der Zeitgenosse Charles Dickens in seinem Klassiker Oliver Twist verewigt hat.

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