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Kuriose Käuze

von Gabriel Weber

Es gibt seltsame Menschen auf der Welt – und hat es schon immer gegeben. Eine unterhaltsame Auswahl von Exzentrikern und Originalen vergangener Zeiten hat Hans A. Jenny in Die verrückteste Nostalgia zusammengetragen.

Joshua Norton erklärte sich 1859 als Norton I. zum Kaiser der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine imperialen Allüren standen in einem krassen Gegensatz zu seiner materiellen Armut. Bei Konzerten von Florence Foster Jenkins applaudierte das Publikum begeistert – und grinste heimlich, denn die Möchtegern-Primadonna sang grässlich (das wussten alle, nur sie selbst nicht). Joseph Pujol machte Karriere als Kunst-Furzer. Er konnte unter anderem „Au clair de la lune“ vortragen. Der französische Staatspräsident Paul Deschanel erregte schon bald nach seiner Wahl Aufsehen durch sein seltsames Benehmen. Endgültig untragbar wurde er dadurch, dass er 1920 eines Nachts heimlich aus seinem Extrazug stieg (durchs Fenster!) und später barfuss und im Pyjama auf den Gleisen spazierend angetroffen wurde. Den Mitgliedern der britischen upper class wird ein besonderer Hang zur Exzentrik nachgesagt. Zu den spleenigsten Engländern überhaupt gehören zweifellos John Mytton (inszenierte bei gesellschaftlichen Anlässen gerne Saalschlachten), Charles Waterton (beschäftigte sich so intensiv mit Vögeln, dass er eines Tages selber Flugversuche unternahm), Francis Henry Egerton (trug jedes Paar Schuhe nur einen einzigen Tag), Matthew Robinson (sein knielanger Bart war die reinste Touristenattraktion) und Sir Tatton Sykes (liess auf seinem Besitztum alle Wiesen und Rasen umpflügen, weil er Blumen hasste).

Sehr bemerkenswert war auch Christian Heinrich Heineken aus Lübeck. Er sprach lateinisch, griechisch, französisch, englisch und italienisch. Und wohlgemerkt: Der Bursche wurde nur vier (jawohl, vier!) Jahre alt…

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