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Der Schuss ins Publikum

von Gabriel Weber

Filme werden heutzutage auf der ganzen Welt hergestellt (manchmal sogar in der Schweiz). Aber nur ein Ort ist weltweit der Inbegriff der Filmkunst: Hollywood. Richard Griffith und Arthur Mayer berichten in The Movies mit vielen Bildern von den Anfängen.

Einer der ältesten und berühmtesten Filme aus Hollywood ist The Great Train Robbery (mit der Schlussszene, in der ein Gangster mit dem Revolver in Richtung Kamera schiesst). Mit diesem Werk begann das noch junge Medium, Geschichten zu erzählen (von der simplen Jahrmarkts-Attraktion zur eigenständigen Kunstform), und es begründete sowohl den Western- wie auch den Kriminalfilm. D. W. Griffith befreite den Film von den alten Theater-Konventionen, Cecil B. DeMille schuf Meisterwerke in einem monumentalen Format. Als er einen Film über Jesus drehte, verlangte DeMille übrigens von den Schauspielern, sich auch ausserhalb des Studios ihren Rollen entsprechend zu verhalten (die Jungfrau Maria lässt sich nicht scheiden, basta!). Gloria Swanson, Pola Negri und Mae Murray überboten sich gegenseitig mit den Adelstiteln ihrer Ehemänner. Während Charlie Chaplin, Buster Keaton, Laurel und Hardy sowie die Marx-Brothers das Reich der Komödie regierten, brachte Hollywood seine ersten Kinderstars hervor (zum Beispiel Jackie Coogan, der mit zehn Jahren Millionär und mit zwanzig Jahren pleite war; seine Eltern hatten sein ganzes Geld verprasst), ebenso seine ersten vierbeinigen Helden wie den Hund Rin-Tin-Tin. Viele der grossen Filmmogule und Studiobosse der Frühzeit waren ausgewanderte Europäer, oft osteuropäisch-jüdischer Herkunft (Carl Laemmle, Samuel Goldwyn, Louis B. Mayer, Adolph Zukor). Aus Europa kam auch Erich von Stroheim (zwar Österreicher, aber bei Bedarf preussischer als jeder Preusse, während des 1. Weltkriegs populärer Darsteller brutaler deutscher Offiziere; später legendär als brillanter, aber auch sehr exzentrischer Regisseur).

Mit einer Reihe von öffentlichen Skandalen erwarb Hollywood sich den Ruf eines Sündenpfuhls. Dagegen musste etwas unternommen werden. Will Hays begründete so eine Art spezielle Sittenpolizei für die Filmindustrie – das Hay’s Office.

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