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„Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten…

von Gabriel Weber

…Der Eintritt ist für Lebende heut ausnahmslos verboten!“ Mit diesem Vers (nicht von mir!) ist zwar der Wiener Zentralfriedhof gemeint, er könnte sich aber auch auf jenen Friedhof beziehen, welcher der Hauptschauplatz von Neil Gaimans Das Graveyard-Buch ist.

Nobody Owens, genannt Bod, lebt auf einem Friedhof. Nicht gerade der übliche Wohnort für einen Jungen, sollte man meinen. Aber Bod ist Vollwaise und hat Niemanden auf der Welt ausser den Geistern der Menschen, die auf dem Friedhof bestattet sind. Sie haben ihn als Kleinkind aufgenommen, ihn zum Ehrenbürger ihres Friedhofs ernannt und kümmern sich seither alle gemeinsam um ihn (von Cajus Pompeius, dem ältesten Friedhofsbewohner noch aus römischer Zeit, bis zu der einst als Hexe hingerichteten und in ungeweihter Erde verscharrten Liza Hempstock). Besonders der geheimnisvolle Silas, der als einziger der Toten den Friedhof verlassen kann, nimmt sich des Jungen an. Die einzige lebende Bekannte von Bod ist lange Zeit das Mädchen Scarlett, dem er eines Tages auf dem Friedhof begegnet. Doch leider gibt es auch Leute, die Bod feindlich gesinnt sind.  Zum Beispiel jenes Individuum, das ihn zur Waise gemacht hat. Der Junge hätte damals um ein Haar auch daran glauben müssen, entkam aber knapp und fand auf dem bewussten Friedhof Zuflucht. Solange Bod sich auf dem Friedhof befindet, kann ihm nichts passieren; aber da er ja nun mal – wenigstens vorläufig – nicht tot ist, wird er irgendwann die schützenden Mauern verlassen müssen…

Von wegen Totenstille und Grabesruhe! Auf so einem Gottesacker ist allerhand los, wenn die Lebenden mal nicht hinschauen.

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