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Schauderhaft schauriger Schauer

von Gabriel Weber

Ein Schauerroman wie aus dem Lehrbuch ist Vier Tage währt die Nacht von Dorothea S. Baltenstein.

Im November 1817 reist der Schriftsteller Jonathan Lloyd nach Schottland. Sein väterlicher Freund Sir Mortimer Pope hat ihn und acht weitere Dichter und Dichterinnen zu so einer Art Sängerwettstreit oder einem literarischen Kongress auf sein Schloss eingeladen. Boroughmore Castle – eine mittelalterliche Burg, komplett mit Folterkammer und Gruselgeschichte, einsam mitten im nebligen Hochmoor, meilenweit von der Zivilisation entfernt. Kaum sind der Gastgeber, die neun Gäste und das Personal versammelt, bricht auch schon stilecht ein Sturm los. Bei dieser eindeutigen Ausgangslage lassen unheimliche Ereignisse natürlich nicht lange auf sich warten. In der ersten Nacht wird also prompt die Zugbrücke zerstört, sodass die Herrschaften vorläufig in Boroughmore Castle festsitzen (und totsicher wäre auch die Telefonleitung unterbrochen, wenn das Telefon schon erfunden wäre). In der gleichen Nacht verschwindet einer der Gäste spurlos. Eine höchst merkwürdige Sache. Doch sie wird noch merkwürdiger: ein weiterer Gast, dem Alkohol sehr zugetan, kommt im Weinkeller ums Leben. Und damit ist es noch lange nicht zu Ende, oh nein… Nach der bekannten „Zehn kleine Negerlein“-Methode (Ich weiss, ich weiss! Der Ausdruck ist politisch nicht korrekt!) gibt einer nach dem Anderen den Löffel ab. Irgendwann wird es klar: dies sind keine Unglücksfälle! Während der Gastgeber mit jedem Ereignis körperlich und geistig mehr verfällt, muss Jonathan dem Mörder auf die Spur kommen, bevor es zu spät ist – bevor sie alle in der Krypta der Schlosskapelle aufgebahrt liegen. Verbirgt sich hinter den Morden eventuell ein bestimmtes Muster?

Dorothea Baltenstein war eine Frau, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schlesien lebte. Nach ihrem frühen Tod erbte ihre Schwester das Manuskript dieses Romans, das erst viel später in die Hände eines Herausgebers gelangte. Übrigens: ich hatte schon relativ früh eine Idee, wer der Mörder sein könnte – und lag richtig.

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