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Le Nez de la République

von Gabriel Weber

In der französischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gibt es wohl kaum eine so bedeutende und zugleich so umstrittene Persönlichkeit wie Charles de Gaulle. Jetzt bei buchplanet.ch: De Gaulle. Träumer oder Realist? von Hans O. Staub.

Der Brigadegeneral Charles de Gaulle wird berühmt, als er nach der Kapitulation Frankreichs im Zweiten Weltkrieg von London aus den Kampf gegen Nazi-Deutschland weiterführt. Das ist zwar eigentlich Insubordination oder sogar Meuterei, aber die Geschichte gibt de Gaulle recht. Am 26. August 1944 ereignet sich der erste Höhepunkt im Leben des Generals: An der Spitze der alliierten Truppen zieht er in das befreite Paris ein – und ist fortan der Nationalheld (nicht zuletzt in seiner eigenen Wahrnehmung, an Minderwertigkeitsgefühlen leidet er nämlich nie). Als Chef der provisorischen Regierung hat er allerdings weniger Glück; weil nicht alles so läuft, wie er will, nimmt de Gaulle den Hut und zieht sich nach Colombey-les-Deux-Eglises zurück. Doch damit ist er noch lange nicht am Ende, oh nein! Im Sommer 1958 steckt Frankreich tief in der Krise. Und man wendet sich an den einzigen Mann, der von allen Parteien respektiert wird. De Gaulle wird Ministerpräsident und und initiiert sofort eine neue Verfassung, mit der die chronisch labile, krisengeschüttelte 4. Republik in eine stabilere 5. Republik umgewandelt werden soll: Weniger Abhängigkeit der Regierung vom Parlament und mehr Machtbefugnisse für den Staatspräsidenten. Wen er damit meint, ist klar! Am 8. Januar 1959 wird Charles de Gaulle Präsident der Republik – seiner Republik. Es ist der zweite Höhepunkt seiner Karriere. Zehn Jahre lang hält der „ungekrönte Monarch“ im Palais de l‘Élysée Hof.

General de Gaulle war ein dankbares Sujet für Karikaturen (sehr lang und mit einer bemerkenswerten Nase gesegnet). Mit seiner Eitelkeit und Prunksucht machte er sich nicht unbedingt beliebt. Aber er hat Frankreich nachhaltig geprägt. Die 5. Republik besteht bis heute und der quasi-monarchische Glanz der französischen Präsidentschaft wird heute noch kultiviert.

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