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Wer würde nicht gehen?

von Julia S.

Eine Kindheit im Iran – Erinnerungen von Marjane Satrapi

Ihr Buch ist einer der meistdiskutierten Comics der letzten Jahre. Ich schreibe einen kurzen Auszug aus dem Dialog. Der nichts für schwache Nerven ist! Die Bilder wirken durch die Comic-Technik nicht wie die pure Realität, sind aber trotzdem nichts für Feinfühlige Menschen! Die ganze Tragik der Folterungen der Menschen in den Ländern die seit Jahren unter dem Krieg leiden, finde ich ist, dass wir es uns (Menschen in Ländern die seit Jahren keinen Krieg kennen) überhaupt nicht vorstellen können, wie sich ein Leben dort anfühlen muss! Zu leben, hart in die reglementierten Schranken gewiesen zu werden, die für Land und Leute gelten. Öffentlich gefoltert und gedemütigt zu werden, (scheint aus den letzten Jahrhunderten der Hexenverfolgung und Anprangerungen zu stammen) Bürger dürfen öffentlich nicht tanzen und Alkohol konsumieren, etc. Dinge, die bei uns völlig normal sind, sind in einigen Ländern nur in abgesicherten Verstecken zu genießen, immer die Angst im Nacken, wenn man erwischt wird, gefoltert oder getötet zu werden.

Manchmal mache ich mir Sorgen um unsere Europäische Gesellschaft. Wie wird die Zukunft für unsere jungen Menschen sein, wenn wir (z. B. im heutigen Thema Flüchtlinge – Mauern statt Liebe aufbauen?), wenn wir als Erwachsene so unnachsichtig zu Menschen sind, die von Folterung, Morddrohung und Tötungen flüchten? Und dabei ist doch die Antwort auf diese Frage so einfach: Was würden Sie tun, damit Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihr Hund/Katze/Maus, Ihre Eltern/Großeltern und Sie selber in Sicherheit leben können? (Was würden Sie unternehmen? Wohin würden Sie gehen, wenn Sie im Land nicht sicher sind?)

PERSEPOLIS – Eine Kindheit im Iran. Dialog: (Eine Tür zum Innenraum wird aufgestoßen und ein Mann tritt hinein) Von drinnen sagt ein anderer: „Mohsen! Mein Gott! Ich dachte, du wärst tot!“ „Ich? Tot? Lächerlich! Im Knast hieß ich der Mann mit den 7 Leben!“ Ein dritter Mann sagt: „Ihr kennt Euch?“ „Im Gefängnis kennen sich alle.“ Die Männer weiter: „Weisst du noch, wie sie mir die Nägel ausgerissen haben? Sie sind nachgewachsen. Nicht wie vorher, aber immerhin, sie sind wieder da…“ „Unsere Folterer waren vom C.I.A. ausgebildet.“ „Wahre Wissenschaftler! Sie kannten jeden Winkel des Körpers und wussten, wo es weh tut!“ „Schaut! Auf der Fußsohle sind Nerven, die direkt ins Gehirn gehen. Man hat mich so oft darauf geschlagen, dass sie gar nicht mehr wie Füsse aussehen!“ „Ganz zu schweigen von den Zigarren, die sie…..“ also ich höre hier auf. Mir wird schlecht!

„In ihrem Buch Persepolis hat Satrapi die eigene Kindheit im Iran nachgezeichnet – anrührend, verstörend, herzzerreißend.“ Die Zeit.

„Mit entwaffnender Klarheit und viel Humor.“ Neue Zürcher Zeitung.

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