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Der Vater mit der Pfeife

von Gabriel Weber

Wieder einmal ein „wahres Märchen“:

Es war einmal eine sehr fromme junge Frau, die eigentlich ins Kloster gehen wollte. Eigentlich. Denn eines schönen Tages kommt sie als Hauslehrerin in die Villa eines steinreichen ehemaligen Marineoffiziers. Der hochdekorierte Kriegsheld ist Witwer und hat sieben Kinder (fünf Töchter und zwei Söhne), die er mit der Bootsmannspfeife herumkommandiert. Die junge Erzieherin – sie heisst mit Vornamen Maria – schafft es, ein bisschen Schwung und Leben in den streng organisierten, freudlosen Haushalt zu bringen. Als ihr Arbeitgeber ihr einen Heiratsantrag macht, ist Maria zuerst entsetzt. Doch dann verabschiedet sie sich endgültig vom Kloster-Gedanken und wird die Stiefmutter der sieben Geschwister, zu denen sich später noch drei weitere gesellen. Plötzlich endet die Idylle, und zwar ziemlich dramatisch: Zuerst geht aufgrund von wirtschaftlichen Turbulenzen das Vermögen des Kapitäns flöten, dann zwingen politische Umwälzungen die Familie zur Auswanderung nach Amerika. Da kommt es sehr gelegen, dass Maria und die Kinder bereits in der Heimat als Chor aufgetreten sind. Damit kann sich die vielköpfige Familie – wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten am Anfang – jenseits des atlantischen Ozeans eine neue Existenz aufbauen. Und wird zur Legende.

Hat es bei Ihnen geklingelt, geschätztes Publikum? Kommt Ihnen das bekannt vor? Nein? Macht nichts. Es ist ja auch schon lange her. Aber Maria Augusta von Trapp hat etwas begründet, das sowohl zur Geschichte Österreichs als auch zur Populärkultur Amerikas gehört: The Trapp Family Singers. Davon berichtet sie in ihren Memoiren Die Trapp-Familie, illustriert mit Bildern aus dem gleichnamigen Film mit Ruth Leuwerik und Hans Holt.

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