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Der Clerihew

von Gabriel Weber

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mal ganz ehrlich: Haben Sie eine Ahnung, was ein Clerihew (ausgesprochen Klerrijuh) ist? Ich bisher auch nicht. Doch dank buchplanet.ch kann man diese Bildungslücke beheben.

Der Clerihew (erfunden von einem Herrn namens Edmund Clerihew Bentley, daher der Name) ist gewissermassen der kleine Bruder des wesentlich bekannteren Limerick. Er hat immer vier Zeilen mit dem Vers-Schema aabb und erzählt normalerweise eine komisch-groteske Geschichte über eine berühmte Persönlichkeit der Weltgeschichte. Also zum Beispiel so:

Frau von Stein
Went to bed at nine;
If Goethe went too
Nobody knew.

(Frau von Stein ging um neun Uhr ins Bett; ob Goethe auch ging, wusste niemand.)

Oder auch so:

Nietzsche
Had the habit as a teacher
Of cracking his joints
To emphasise his points.

(Nietzsche hatte als Lehrer die Angewohnheit, seine Gelenke knacken zu lassen, um seine Pointen zu betonen.)

Besonders interessant für Schweizer und für Protestanten:

Luther & Zwingli
Should be treated singly:
L hated the Peasants
Z the Real Presence.

(Luther und Zwingli sollten getrennt behandelt werden: L. hatte etwas gegen die Bauern und Z.  hatte etwas gegen die leibliche Gegenwart Christi.)

Jürgen Dahl hat in seinem Buch Clerihews (jetzt bei buchplanet.ch) eine stattliche Auswahl solcher Gedichte zusammengetragen.

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