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Archiv vom August, 2016

10. August 2016

Das kann doch jeder…

…da bin ich nicht überzeugt. Man soll ja keine Stile kopieren und lieber seinen eigenen Ideen folgen, gerade auch beim Malen von Bildern. Manchmal aber wird man stark inspiriert von anderen Künstlern. Ich zum Beispiel von dem amerikanischen Maler Mark Rothko (1903-1970). Seine Feldertechnik ist für mich außergewöhnlich, zuerst scheint eine Nachahmung einfach, als ob sie jedes Kind malen könnte. Nach meinen Forschungen und einem Eigenversuch etwas Ähnliches zu kreieren fand ich heraus, dem ist nicht so. Seine Bilder um 1946-1949 im Buch über MARK ROTHKO, Fundation Beyeler, weisen schon Farbfelder auf, allerdings wie es scheint noch nicht ganz ausgereift in Bezug auf seine bekannten Gemälde mit den großen Farbflächen (auch abstrakter Expressionismus genannt), Rothko war ein Wegbereiter der Farbfeldmalerei. Vermeintlich einfach, die Titel seiner gemalten Kunstwerke im Kopf zu behalten, im Internet viel unter ‚Untitled‘ (ohne Titel) zu lesen. Umso schwieriger ist daher ein bestimmtes zu finden, wenn es ähnliche davon gibt. Ähnlich im Sinne von gleicher Farbgebung wie von den Rot-, Blau- und Gelbtönen oder anderen Farben. Wenn Sie ‚Rothko 10 Nr. 1, 1948‘ im Netz suchen finden sie tatsächlich ein gelbes Exemplar, aber auch viele andere unähnliche. Wie stelle ich mir also die Kommunikation unter Rothko-Fans vor? „Weisst du, ich meine das Yellow-Orange-Red, na, das mit den zwei Feldern.“ Wenn Sie selbst auf Entdeckungsreise ins Internet zu der ‚Bildersuche‘ gehen, merken Sie schnell, dass das keineswegs das einzige in diesen Farbtönen ist. Also wie finden wir genau das, welches wir meinen? Eine Auswahl an Rotfeldgemälden finden Sie hier im Buch. Das eine nennt sich ‚Violet Bar‘ (dreifeldrig, waagrecht, hell in der Mitte, 1957) dann ist da noch ‚Black Stripe‘ (dreifeldrig, waagrecht, schwarz in der Mitte, 1958). Bei ‚Orange and Red on Red‘ wird es allerdings schon schwerer vielleicht hilft dann der Jahrgang weiter (auch 1957, zweifeldrig, Untergrund rot, oranges Feld zieht sich über die obere Hälfte). Das kompostfarbene ‚The Ochre/Ochre, Red on Red‘ (1954, rotrandig, Ocker oben grösser, unten schmales Orange) schmeckt nach Gartenlaube, wogegen mir ‚Red and Yellow‘ deutlich besser gefällt, aber auch hier ist grosse Verwechslungsgefahr mit ‚Orange an Tan‘ (zweifeldrig, Tan = könnte Farbe: Taupe sein als Untergrund-rundum-Rand zu sehen, oben ein kleineres Orange, unten grosses Gelb, 1954). Sie merken Verwirrung komplett! Oder für Fans in ihrer eigenen neuen Sprache – sehr spannend. 😉

 

9. August 2016

Märchenhafte Machenschaften

In Tschechien werden (meiner bescheidenen Meinung nach) die besten Märchenfilme der Welt produziert. Ein Beispiel dafür ist die Fernsehserie Die Märchenbraut. Von Milos Macourek erdacht und von Peter Markov in Buchform nacherzählt, ist Die Märchenbraut jetzt bei buchplanet.ch erhältlich.

Karl Maier ist Schauspieler von Beruf. Jeden Abend erzählt er im Fernsehen den Kindern Märchen. Was er jedoch nicht weiss: Was er da so erzählt, wirkt sich direkt auf das Märchenreich aus, in dem, unter der Regierung von König Hyazinth, sämtliche Märchenfiguren zusammenleben. Eines Tages beginnt Herr Maier plötzlich, die Märchen völlig verkehrt zu erzählen – mit dramatischen Konsequenzen. Plötzlich frisst Rotkäppchen den Wolf und der Prinz lässt Dornröschen pennen… Die Bewohner des Märchenreichs sind entsetzt; sie können ja nicht wissen, dass in Wirklichkeit nicht Herr Maier der Schuldige ist, sondern der Zauberer Rumburak, der mit dem Märchenreich und seinem König noch eine Rechnung zu begleichen hat. Wie auch immer, jedenfalls kommen das Märchenreich und die Menschenwelt miteinander in Berührung. Und damit geht der Schlamassel los: Eine Delegation aus dem Märchenreich begibt sich in die Menschenwelt, um dem vermeintlichen Übeltäter, Herrn Maier, auf die Pelle zu rücken. Da die Mitglieder dieser Delegation jedoch mit den örtlichen Sitten und Gebräuchen kaum vertraut sind, landen sie samt und sonders entweder im Gefängnis oder in der Psychiatrie. Herr Maier muss eine Weile als Dackel herumlaufen und sein Sohn Peter verliebt sich in Arabella, die Tochter von Märchenkönig Hyazinth. Doch auch Rumburak macht Arabella den Hof, weil er durch die Heirat mit ihr König werden will. Zaubermäntel und Zauberringe stiften Verwirrung, ganz besonders, als sie zwei Lausbuben in die Hände fallen. Eine ganze chemische Fabrik geht in Flammen auf. Und die mannstolle Klavierlehrerin Müller findet im Märchenreich endlich einen Deppen, der sie heiratet.

Doch am Schluss ist (mit wenigen Ausnahmen) jeder wieder da, wo er hingehört!

8. August 2016

Gefundenes – Vielleicht spannend…? (Teil 4/4)

DIE ERSTEN SEITEN VON ANTIKEN BÜCHERN: Theil 4, um 1844

Bucheinband Papier mit halb Leder

Handschriftliche Notizen in Sütterlinschrift: Anton Metter 1844 den 10. März

Links ungefähr: Franziska Metter, geboren… 6. Juli 1850/ Rechts: Der katholische Volksschüler. Ein Lese- und Lehrbuch für die obern Abtheilungen der kathol. Volksschulen in der Stadt und auf dem Lande. Mit Rücksicht auf die vorzüglichsten Quellen bearbeitet von F. Weinmann, Lehrer an der obern Knabenklasse, am Präparanden-Institute und am Privat-Schullehrer-Seminar in Ehingen a. d. Donau. Zweite, durchaus verbesserte Auflage. Ehingen, a. d. Donau. Druck und Verlag der Th. Feger’schen Buchhandlung.

Links: Preise des Lesebuchs: Ladenpreis: 1 fl. 12 kr. ungeb., Parthieenpreis: 32 kr. Bei Abnahme von 800-1000 Exemplaren: 30 kr. Der Einband in Pappe wird für 8 kr. pr. Exemplar geliefert./ Rechts: Seiner Hochwürden und Wohlgeboren dem nun in Ruhestand versetzten Herrn Pfarrer und Kapitelskammerer Andreas Ament in Aschhausen, Oberamts Künzelsau, dem greisen Hirten, der seiner Gemeinde vierzig Jahre, mit Liebe und Treue vorstand und sich während dieser langen Zeit auf die edelste Weise um die Schule und ihre Lehrer annahm, die armen Kinder aus eigenen Mitteln nicht nur kleidte und ihren Schulbesuch förderte, sondern ihnen auch alle Schulbedürfnisse anschaffte und schenkte und bei dem Mangel an öffentlichen Mitteln auf gleiche…

In unserem Shop erhältlich: DER KATHOLISCHE VOLKSSCHÜLER

4. August 2016

3 Bücher – 3 Autoren – 3 x Leben, 3/3

JUDITH SARAH FRICKE

Wer ist Judith Sarah Fricke? Die Autorin schrieb begeistert und sehr selbst reflektierend eigene Texte, Gedichte, Geschichten und sogar ein Theaterstück für ihre Schulklasse. Ihre Schwester sendete eine Zusammenfassung dieser Texte, auf ihr Geheiss hin ein. Kurz darauf wurde ihr Manuskript mit dem Literaturpreis des Kanton Freiburg (Schweiz) ausgezeichnet. Was die Jury bis dahin noch nicht wusste, dass Judith Sarah Fricke mit ihren jungen 17 Jahren zehn Tage vor der Auszeichnung von einem Felsen in den Tod gesprungen war. Nach langem inneren Kampf, folgte sie ihrem Geliebten, der sieben Monate zuvor durch einen Autounfall tödlich verunglückte. Ihr Exemplar „ZWISCHENWELTEN“ ist bei uns im Büchershop, buchplanet.ch zu erwerben. Ein Teil des Buches beschäftigt sich mit den Texten, die Judith Sarah Fricke anonym eingendete, und der andere Teil mit Nachgelassenen Texten: Gedichte in Prosa, Fantasy-Erzählungen, drei frühe Texte, eine philosophische Parabel, Szenen zu einem Filmprojekt und Szenen für die Bühne. Unter anderem fand ich das Gedicht „Eine Bitte an den Tod“ mit neun Versen. Ein Dialog zwischen ihr und dem Tod, keck, fast frech, teils amüsant gefragt, wann er denn komme und ihre Not beende. Dieser zu verstehen gab, es sei für sie noch nicht soweit, er verstehe sein Handwerk wohl! Am Schluss des Gedichtes sah sie es ein und wurde Optimistin, freute sich des Lebens und fand das nicht vergebens. [Diese Zeilen schrieb sie mit 14 Jahren]. In jedem Fall ein interessantes Werk, das es zu lesen gilt und es zu entdecken löst auch eine Wehmuth aus, über die Tatsachen von Judith Sarah’s Leben. Ein sehr begabtes Mädchen, hübsch, eigentlich selbstbewusst und doch war es ihr nicht möglich ihren Blick zu weiten für die Zukunft, was noch alles hätte kommen können. Gerne hätten wir mehr von ihr gelesen.

3. August 2016

3 Bücher – 3 Autoren – 3 x Leben, 2/3

EMIL ZOPFI

Ein Schweizer Schriftsteller der auch gut klettern kann. Nein wie war das? Ein leidenschaftlicher Kletterer der auch spannend schreiben kann! Wie er selber sagt: „Schon als junger Mensch habe ich geschrieben, wenn ich nicht klettern konnte.“ Nach wenigen Sätzen ist man inspiriert weiter zu lesen, was da noch alles kommen möge. Seinen Krimi „STEINSCHLAG„, erzählt er mitreißend vom Anfang bis zum Schluss, meinen auch Schweizer Persönlichkeiten die dieses Buch gelesen haben, so sagt auch Franz Hohler: „Mit großer Spannung bin ich deinem „Steinschlag“ gefolgt, bin zuletzt nachts erwacht und hab gedacht, jetzt musst du wissen, wer Claudia wirklich umgebracht hat und hab ihn zu Ende gelesen. Eine schöne Hauptfigur hast du kreiert und sie in dieses missgünstige Bergdorf gesetzt, wo sie wohl auch noch nach einem Dutzend weiteren Bergungen fremd bleiben wird. Auch den kurligen Vater mag man sich gern vorstellen, und wenn im nächsten Buch die Longline eines Rettungshelikopters zufällig reißt und weder Andrea noch der alte Robert an einen Zufall glauben, bin ich jedenfalls gern wieder dabei.“

Emil Zopfi (1943) studierte Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann. Heute als freischaffender Schreiberling und Erwachsenenbildner. Ein Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Der Alpinist und Sportkletterer lebt in Obstalden im Kanton Glarus. Mit vielen Auszeichnungen gekürt, zuletzt dem Glarner Kulturpreis 2001. Und fast seit Beginn des Internets führt er eine eigene Webseite (www.zopfi.ch) wie auch sein Tagebuch über seine abenteuerlichen Reisen. (‚Über diese Website‘). Auf den Spuren von Zopfi’s schriftstellerischen Erfolgen findet man viele erlebnisreiche Berichte seiner eigenen Touren durch die Alpine Welt. Über seine sehnsuchtsvolle und leidenschaftliche Kletterei.

Wenn ich Ihr Interesse an diesem Autor geweckt habe, empfehle ich Ihnen sofort unseren Büchershop aufzusuchen www.buchplanet.ch,  denn wir führen eine (zurzeit) große Auswahl an einigen bekannten Titeln von Emil Zopfi, suchen Sie unter seinem Namen. Viel Vergnügen! 🙂

 

2. August 2016

3 Bücher – 3 Autoren – 3 x Leben, 1/3

ERICH SCHMID

Beim überlegen was das Thema meines Nächsten Blogs sein soll, zog ich durch unsere Rubriken und schnüffelte hier und da nach Interessantem. Fündig wurde ich in der Abteilung Schweizer Autoren. Ich stelle Ihnen diese Woche, drei spannende Bücher aus unserem Shop vor. Das überfliegen der Geschichten verlangte dann aber schnell nach einer Vertiefung in die Themen. Noch nie hatte ich etwas gehört von den ‚Winterthurer Ereignissen‘ zum Beispiel,  die um das Jahr 1984 kreisen. Zu dieser Zeit war ich ein Kind und wurde Gottseidank von solchen Geschehnissen verschont. Erich Schmid (1947) schrieb sein Buch mit dem Titel: VERHÖR UND TOD IN WINTERTHUR, im Limmat Verlag (1986), eine Reportage über seine Zeit als Gerichtsberichterstatter des Tages-Anzeigers. In den ersten Zeilen Erich Schmid’s Erzählung begegnete er dem Alt-Bundesrat und Justizminister Rudolf Friedrich im Intercity nach Winterthur und unterhielt sich mit ihm. Sogleich hatte er ihn als Interview-Partner auserkoren, befragte ihn nach seiner Meinung über die ‚Winterthurer Ereignisse‘. Mit dessen Worte „Ah, das habe ich schon längst vergessen“ und dem Nachklang, dass er den Herrn Friedrich erst daran erinnern musste,  dass es im August 1984 einen Sprengstoffanschlag an dem Wohnzimmerfenster seiner Villa gegeben hatte, brach er dieses Vorhaben ab.

Nach dem Sprengstoffattentat und einer Serie von Farb- und Brandanschlägen reagierte die Winterthurer Polizei im November 1984 mit einer breit angelegten Verhaftungsaktion in der Jugendszene. Die Folge war eine Welle der Repression durch eine verselbständigte Verwaltung, wie sie in der Schweiz nicht möglich sein sollte. Isolationshaft, der Selbstmord einer jungen Frau nach einem siebenstündigen Verhör, von dem nur gerade fünf Seiten Protokoll existieren, der Suizid eines leitenden Ermittlers der Bundespolizei, ein anonymer Brief, die polizeiliche Überwachung des Autors Erich Schmid und vieles andere erzeugten ein Klima, das bis heute nachwirkt.

Die Recherche durch die vergangenen Unruhen im schweizerischen Winterthur im Kanton Zürich erwiesen sich für mich geschichtlich sehr aufschlussreich und in meinem Gedanken bestätigt, dass egal wie viel Zeit der Menschheitsgeschichte vergangen ist – wir meinen immer im aktuellen Jahr sehr modern und fortschrittlich zu sein – sich die Welt stets an etlichen Orten zu gleichen und unterschiedlichen Zeiten in kriegerischen Zuständen befinden oder Unruhen die versteckt in kleinen Kreisen oder Grossen in der Öffentlichkeit brodeln. So wie auch in diesen Tagen, die Anschläge, wie berichtet in der Tagesschau. Hierüber komme ich immer wieder zu dem Schluss, (dem Urinstinkt folgend) dass sich die Suche nach Gott und seiner Liebe zu den Menschen, mehr als lohnen könnte, um einen aktiven Halt im Leben zu haben. Diese Welt an sich – seien Sie doch ehrlich – ist nicht immer ein Ponyhof, milde ausgedrückt.