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Das kann doch jeder…

von Julia S.

…da bin ich nicht überzeugt. Man soll ja keine Stile kopieren und lieber seinen eigenen Ideen folgen, gerade auch beim Malen von Bildern. Manchmal aber wird man stark inspiriert von anderen Künstlern. Ich zum Beispiel von dem amerikanischen Maler Mark Rothko (1903-1970). Seine Feldertechnik ist für mich außergewöhnlich, zuerst scheint eine Nachahmung einfach, als ob sie jedes Kind malen könnte. Nach meinen Forschungen und einem Eigenversuch etwas Ähnliches zu kreieren fand ich heraus, dem ist nicht so. Seine Bilder um 1946-1949 im Buch über MARK ROTHKO, Fundation Beyeler, weisen schon Farbfelder auf, allerdings wie es scheint noch nicht ganz ausgereift in Bezug auf seine bekannten Gemälde mit den großen Farbflächen (auch abstrakter Expressionismus genannt), Rothko war ein Wegbereiter der Farbfeldmalerei. Vermeintlich einfach, die Titel seiner gemalten Kunstwerke im Kopf zu behalten, im Internet viel unter ‚Untitled‘ (ohne Titel) zu lesen. Umso schwieriger ist daher ein bestimmtes zu finden, wenn es ähnliche davon gibt. Ähnlich im Sinne von gleicher Farbgebung wie von den Rot-, Blau- und Gelbtönen oder anderen Farben. Wenn Sie ‚Rothko 10 Nr. 1, 1948‘ im Netz suchen finden sie tatsächlich ein gelbes Exemplar, aber auch viele andere unähnliche. Wie stelle ich mir also die Kommunikation unter Rothko-Fans vor? „Weisst du, ich meine das Yellow-Orange-Red, na, das mit den zwei Feldern.“ Wenn Sie selbst auf Entdeckungsreise ins Internet zu der ‚Bildersuche‘ gehen, merken Sie schnell, dass das keineswegs das einzige in diesen Farbtönen ist. Also wie finden wir genau das, welches wir meinen? Eine Auswahl an Rotfeldgemälden finden Sie hier im Buch. Das eine nennt sich ‚Violet Bar‘ (dreifeldrig, waagrecht, hell in der Mitte, 1957) dann ist da noch ‚Black Stripe‘ (dreifeldrig, waagrecht, schwarz in der Mitte, 1958). Bei ‚Orange and Red on Red‘ wird es allerdings schon schwerer vielleicht hilft dann der Jahrgang weiter (auch 1957, zweifeldrig, Untergrund rot, oranges Feld zieht sich über die obere Hälfte). Das kompostfarbene ‚The Ochre/Ochre, Red on Red‘ (1954, rotrandig, Ocker oben grösser, unten schmales Orange) schmeckt nach Gartenlaube, wogegen mir ‚Red and Yellow‘ deutlich besser gefällt, aber auch hier ist grosse Verwechslungsgefahr mit ‚Orange an Tan‘ (zweifeldrig, Tan = könnte Farbe: Taupe sein als Untergrund-rundum-Rand zu sehen, oben ein kleineres Orange, unten grosses Gelb, 1954). Sie merken Verwirrung komplett! Oder für Fans in ihrer eigenen neuen Sprache – sehr spannend. 😉

 

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