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3 Bücher – 3 Autoren – 3 x Leben, 1/3

von Julia S.

ERICH SCHMID

Beim überlegen was das Thema meines Nächsten Blogs sein soll, zog ich durch unsere Rubriken und schnüffelte hier und da nach Interessantem. Fündig wurde ich in der Abteilung Schweizer Autoren. Ich stelle Ihnen diese Woche, drei spannende Bücher aus unserem Shop vor. Das überfliegen der Geschichten verlangte dann aber schnell nach einer Vertiefung in die Themen. Noch nie hatte ich etwas gehört von den ‚Winterthurer Ereignissen‘ zum Beispiel,  die um das Jahr 1984 kreisen. Zu dieser Zeit war ich ein Kind und wurde Gottseidank von solchen Geschehnissen verschont. Erich Schmid (1947) schrieb sein Buch mit dem Titel: VERHÖR UND TOD IN WINTERTHUR, im Limmat Verlag (1986), eine Reportage über seine Zeit als Gerichtsberichterstatter des Tages-Anzeigers. In den ersten Zeilen Erich Schmid’s Erzählung begegnete er dem Alt-Bundesrat und Justizminister Rudolf Friedrich im Intercity nach Winterthur und unterhielt sich mit ihm. Sogleich hatte er ihn als Interview-Partner auserkoren, befragte ihn nach seiner Meinung über die ‚Winterthurer Ereignisse‘. Mit dessen Worte „Ah, das habe ich schon längst vergessen“ und dem Nachklang, dass er den Herrn Friedrich erst daran erinnern musste,  dass es im August 1984 einen Sprengstoffanschlag an dem Wohnzimmerfenster seiner Villa gegeben hatte, brach er dieses Vorhaben ab.

Nach dem Sprengstoffattentat und einer Serie von Farb- und Brandanschlägen reagierte die Winterthurer Polizei im November 1984 mit einer breit angelegten Verhaftungsaktion in der Jugendszene. Die Folge war eine Welle der Repression durch eine verselbständigte Verwaltung, wie sie in der Schweiz nicht möglich sein sollte. Isolationshaft, der Selbstmord einer jungen Frau nach einem siebenstündigen Verhör, von dem nur gerade fünf Seiten Protokoll existieren, der Suizid eines leitenden Ermittlers der Bundespolizei, ein anonymer Brief, die polizeiliche Überwachung des Autors Erich Schmid und vieles andere erzeugten ein Klima, das bis heute nachwirkt.

Die Recherche durch die vergangenen Unruhen im schweizerischen Winterthur im Kanton Zürich erwiesen sich für mich geschichtlich sehr aufschlussreich und in meinem Gedanken bestätigt, dass egal wie viel Zeit der Menschheitsgeschichte vergangen ist – wir meinen immer im aktuellen Jahr sehr modern und fortschrittlich zu sein – sich die Welt stets an etlichen Orten zu gleichen und unterschiedlichen Zeiten in kriegerischen Zuständen befinden oder Unruhen die versteckt in kleinen Kreisen oder Grossen in der Öffentlichkeit brodeln. So wie auch in diesen Tagen, die Anschläge, wie berichtet in der Tagesschau. Hierüber komme ich immer wieder zu dem Schluss, (dem Urinstinkt folgend) dass sich die Suche nach Gott und seiner Liebe zu den Menschen, mehr als lohnen könnte, um einen aktiven Halt im Leben zu haben. Diese Welt an sich – seien Sie doch ehrlich – ist nicht immer ein Ponyhof, milde ausgedrückt.

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