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125’000 Besucher auf den Zähnen

von Julia S.

Aus 125’000 Besuchen der Bienen beim Löwenzahn, gewinnt man 1 kg Honig. So schreibt Hansuli Zuberbühler aus Rehetobel in seiner Mappe über DER LÖWENZAHN. Er erzählt darin in welchen diversen Namen der Löwenzahn als diesen erkannt wird. Die Benennungen sind aus einigen Kantonen der Schweiz, darunter auch rät
oromanisch, italienisch, französisch, englisch und in Deutsch. Der Fachausdruck für Botanikschüler kommt aus dem griechischen von „leontodon“. Früher hiess er Leontodon Traxacum (T. ist ein arabischer Name) und ist heute als Heilmittel anerkannt unter dem Modernen Namen Taraxacum officinal. Damit nicht genug, etliche Bezeichnungen kennt man, und allein in der Schweiz bestehen 46 Ausdrücke für den beliebten und viel verwendeten Zahn des Löwen äh Löwenzahn (woher der Name wohl kommt?). Dem gehen wir gleich auf den Grund. Mal sehen – aha! Es handelt sich nicht um die strahlend gelbe Blüte selbst, sondern eher um ihre grünen Zackenblätter. Vergleichen wir das sofort: 

Ja das könnte hinkommen! Hurra wieder was gelernt und darauf noch selbst gekommen. 😉 Um sie aber nicht länger auf die Folter zu spannen, verlese ich die üblichen Mundartnamen dieses Gewächses; im Appenzell, zum Beispiel im Rehetobel sagt man Chetteleblueme und Suchüechli, in Innerrohoden Chueblueme, Hondszunge oder Sonnwendlig und Meiestüüber. Na kennen Sie schon was? Nein? Ich mach weiter. Im Kanton Zürich heissen sie dagegen; Boiseli in Fehraltorf, Buggele in Winterthur, Chettetestöck in Hagenbuch, Chlöpfere in Horgen, Büseli, Furze und Pfafferöörli in Zürich, Polenteblueme in Andelfingen und Weifäcke in Albisrieden. Schaffhausen sagt zum gelbe Blüemli Guguche, s’Rheintal meint dazu Chrotteblueme, s’Thurgau erzählt von Liechtli und Milechstock, s’Aargau vom Röhrlichruut und z’Schwyz gots um Süübüämä, Milchling oder Pustelblüämä auf der Wiese. Ich persönlich bleibe ganz gelassen beim Löwenzahn. St. Gallen und Basel erklären ihn als Franzosesalot. Franzosensalat. Diese Bezeichnung kam im Jahre 1871 auf, als die dort internierten Franzosen der Bourbaki-Armee den Löwenzahn als Salat sammelten. Übrigens im Franzsösichen zu suchen unter Pissenlit, im Rätoromanischen als Flurs piertg, im Italienischen Tarassaco, im Englischen Dandelion und als Serbokroatischer Name Maslacak. So. Und jetzt leier ich noch alle Anwendungszwecke durch. Nein? Na gut ich verschone Sie. Die meisten kennen Sie sowie so; feinen, heissen Tee kochen, ich werfe ihn ebenfalls in den Salat. Kinder basteln Haarkränze damit, sie sind blutreinigend, harntreibend, helfen gegen Husten und Fieber und die Kühe…. ….fressen sie einfach auf.

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