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Widewidewitt, bumm bumm!

von Gabriel Weber

Es ist wieder einmal Zeit für ein „wahres Märchen“.

Es war einmal ein Mann mit dem Vornamen Andreas. Vermutlich (man weiss es nicht so genau) in Oberviechtach in der Oberpfalz geboren dort und am 27. März 1663 getauft, entstammt er einer Familie, in der das Handwerk (jawohl, das Handwerk!) des Wundarztes Tradition hat. Damals wird nämlich genau unterschieden zwischen den studierten doctores medicinae, die für die innere Medizin und das Verabreichen von Medikamenten zuständig sind, und den Wundärzten, Badern und Chirurgen, die operieren und Wunden versorgen. Letztere gelten nicht als Wissenschaftler, sondern als Handwerker. Und bei einem solchen Handwerker, nämlich bei Alexander Biller in Bamberg, geht Andreas in die Lehre. Nach erfolgreich abgeschlossener Lehre beginnt er seine Karriere im sächsischen Altenburg, wo er bald die Tochter eines Kollegen heiratet. Andreas operiert in Dörfern und auf Märkten – meistens mit Erfolg. Er versteht sein Handwerk, besucht seine Patienten Tag und Nacht und betreut sie, bis sie wirklich vollständig geheilt sind. Hinzu kommen sein Talent als Marktschreier und sein ausgeprägter Ehrgeiz. Andreas wird berühmt, Fürsten zeichnen ihn mit Ehrentiteln aus (er bringt es bis zum königlich preussischen Hofrat), der Volksmund verleiht ihm sogar einen Doktortitel, den er nie erworben hat. Schliesslich hat er genug Geld verdient, um in Magdeburg seine eigene Arzneimittelfabrik zu gründen. Doch Andreas reist weiter, kuriert auch als Berühmtheit immer noch öffentlich auf Marktplätzen (er operiert natürlich ohne Narkose, während laute Musik die Schreie seiner Patienten übertönt). Am 11. November 1727 stirbt Andreas, der Arzneimittelfabrikant und Erfinder chirurgischer Instrumente, in Hannoversch-Münden. Jahrzehnte später entsteht ein bekanntes Studentenlied, das ihm zwar inhaltlich Unrecht tut, ihn aber auch posthum berühmt macht.

Mit vollem Namen hiess Andreas Johann Andreas Eisenbarth. Obwohl er, wie gesagt, nie studiert hat, ist er als „Doktor Eisenbarth“ in die Geschichte eingegangen. Jetzt bei buchplanet.ch: Ich bin der Doktor Eisenbarth von Eike Pies.

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