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Was haben Sie gemacht am…

von Julia S.

…am schwärzesten Tag der Geschichte. Stimmt es gab wahrscheinlich etliche schwarze Geschichtstage in unserem menschlichen Dasein, mit Kriegen und der Pest und vielen Morden. Oder Schiffsuntergängen, die mit tausenden Passagieren versanken. Nicht nur das Buch (in unserem Shop) DIENSTAG 11. SEPTEMBER 2001 aus dem Rowohlt ist schwarz. Dieser Tag war ein außergewöhnlich düsterer Tag. Ich war an diesem Dienstagmorgen Zuhause im Bett, tief unter der Decke versteckt mit einer Grippe beschäftigt. Wäre ich mal dort geblieben und hätte die Augen verschlossen gehalten. Stimmt es hätte nichts gebracht! Irgendwann hätte ich sie sowieso wieder aufmachen müssen. Im Zimmer, in langweiliger Stimmung den Fernseher angeknipst. Aha, eine Dokumentation. Nein, doch nicht. Ich verstehe nicht. Was zum … passiert da auf dem Bildschirm? Ist das was ich da sehe wirklich echt? Irritiert über die Berichterstattung in den Nachrichten, wechsle ich zum großen Fernseher in der Stube, kann ja sein, dass da die Realität wahrer angezeigt wird?! Ich sehe die Twin Towers, das World Trade Center in New York rauchen. – Den Ablauf der einzelnen Stufen des Einsturzes der beiden Türme möchte ich nicht erörtern, dieser dürfte allen im großen Ausmass leider bekannt sein. – Erst nach etlichen langen Minuten wird mir klar, dass in der Flimmerkiste kein Action-Spielfilm aus Amerika läuft, auch keine Dokumentation die ausgestrahlt wird und ebenfalls keine Sendung die hypothetisch erzählt wie eines Tages in ein paar tausend Jahren unsere Städte zerfallen werden. Tatsächlich sass ich – mittlerweile aufgeweicht unter Tränen, der Fassungslosigkeit wegen – am Boden uns musste diese willkürliche Zerstörung miterleben. Mit der Welt.

Alle Nachrichtensender waren aktiv. Im Studio. Vor Ort. An der Kamera der erschütterte Sprecher und im Hintergrund der dicke, über der ganzen Stadt New York hängende Rauch. Bald waren kurze, wackelige Aufnahmen zu sehen, von Handys der Passanten in den undurchsichtigen Nebelschwaden. Auch Leute die in unmittelbarer Nähe davor geflüchtet waren, um nicht von der dichten Wolke verschluckt zu werden. Alles war weiß. Von der Asche zugedeckt. Die Strasse, die Autos, sogar die Menschen, waren von unten bis oben und an ihren Augenlidern mit Asche bedeckt. Dann entdeckte ich auf den Fernsehbildern Papierseiten auf der Strasse, plötzlich wirbelten sie in der Luft herum, scheinbar noch der Rest an Unterlagen die aus den Towerbüros geschleudert wurden, nach einer Explosion. Alles in allem soooo unwirklich. So unwirklich! So unwirklich. Das Feuer in den oberen Stockwerken, das die Menschen da oben einschloss. Den einen Mann, den man in den Nachrichten live fallen sah, aus Verzweiflung gesprungen, geflüchtet vom Feuer! Und die Lebensgeschichten nach dem Anschlag.

Natürlich ist das schon etwas länger her. Man soll in die Zukunft sehen. Vergangenes hinter sich lassen. Wieder Freude empfinden! Doch kennen wir das alle, nach einem schrecklichen Erlebnis wieder auf die Beine zu kommen, dafür braucht jeder unterschiedlich lange Zeit. Die Frage ist; sollte man sich an solche Ereignisse erinnern? Ab und zu davon erzählen, scheint mir angemessen für die Zukunft. Nicht am Leid zu nagen. Aber im Guten daran erinnern. Vielleicht aufzuzeigen, dass die Welt fast einer Meinung war an diesem Tag. UNFASSBAR! Oder dass viele Menschen aus ihrer Not neue Freunde fürs Leben gewonnen haben, selbst wenn sie liebe Menschen verloren haben. Dass es Helden wirklich gibt und dass, wenn wir mehr zusammenhalten und aufeinander acht geben, DIE WELT BESSER zu ertragen ist.

Zusammenrücken, das wünsche ich uns!

 

 

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