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Archiv vom Juni, 2016

30. Juni 2016

Über dä Gotthard, über dä Gotthard…

by Gabriel Weber

Mit der Eröffnung des neuen Tunnels ist es einmal mehr deutlich geworden: der Gotthard gehört zur Schweiz wie das Matterhorn und die Uhrenindustrie! Wer den legendären Pass im Herzen unseres Landes zu Fuss erleben möchte, kann Luc Hagmanns Rund um den Gotthard. 21 Touren am Urberg der Schweiz zu Rate ziehen.

Im 13. Jahrhundert wurde die Kapelle auf dem Pass dem Heiligen Gotthard geweiht, daher der Name des Passes, der, wie die Berge überhaupt, den Menschen jahrhundertelang Schrecken einflösste. Ihn zu überwinden war schon immer ein gewagtes Unterfangen – von der sagenumwobenen Teufelsbrücke bis zu der 1882 eröffneten Bahnlinie, einem technischen Meisterwerk. Dieser Pass ist aber längst nicht nur ein Verkehrsweg, sondern auch Wasserscheide, Sprachgrenze und vieles mehr. Der Rhein, die Rohne, der Tessin und die Reuss, alle haben da oben ihren Ursprung. Auch für die Landesverteidigung war der Gotthard einst von grosser Bedeutung, man denke nur an die Festung. Heute hat die Passstrasse vor allem touristischen Wert. Da oben gibt es nämlich einiges zu sehen!

Goethe hat ihn überquert, Suworow auch, ferner die berühmten Brämen… Und neuerdings kann man noch schneller hindurch. Irgendwie schade, finde ich. Besonders um das berühmte *Chiläli vo Wassä“, das in meiner Kindheit zu jeder Reise ins Tessin gehörte.

29. Juni 2016

Was haben Sie gemacht am…

by Julia S.

…am schwärzesten Tag der Geschichte. Stimmt es gab wahrscheinlich etliche schwarze Geschichtstage in unserem menschlichen Dasein, mit Kriegen und der Pest und vielen Morden. Oder Schiffsuntergängen, die mit tausenden Passagieren versanken. Nicht nur das Buch (in unserem Shop) DIENSTAG 11. SEPTEMBER 2001 aus dem Rowohlt ist schwarz. Dieser Tag war ein außergewöhnlich düsterer Tag. Ich war an diesem Dienstagmorgen Zuhause im Bett, tief unter der Decke versteckt mit einer Grippe beschäftigt. Wäre ich mal dort geblieben und hätte die Augen verschlossen gehalten. Stimmt es hätte nichts gebracht! Irgendwann hätte ich sie sowieso wieder aufmachen müssen. Im Zimmer, in langweiliger Stimmung den Fernseher angeknipst. Aha, eine Dokumentation. Nein, doch nicht. Ich verstehe nicht. Was zum … passiert da auf dem Bildschirm? Ist das was ich da sehe wirklich echt? Irritiert über die Berichterstattung in den Nachrichten, wechsle ich zum großen Fernseher in der Stube, kann ja sein, dass da die Realität wahrer angezeigt wird?! Ich sehe die Twin Towers, das World Trade Center in New York rauchen. – Den Ablauf der einzelnen Stufen des Einsturzes der beiden Türme möchte ich nicht erörtern, dieser dürfte allen im großen Ausmass leider bekannt sein. – Erst nach etlichen langen Minuten wird mir klar, dass in der Flimmerkiste kein Action-Spielfilm aus Amerika läuft, auch keine Dokumentation die ausgestrahlt wird und ebenfalls keine Sendung die hypothetisch erzählt wie eines Tages in ein paar tausend Jahren unsere Städte zerfallen werden. Tatsächlich sass ich – mittlerweile aufgeweicht unter Tränen, der Fassungslosigkeit wegen – am Boden uns musste diese willkürliche Zerstörung miterleben. Mit der Welt.

Alle Nachrichtensender waren aktiv. Im Studio. Vor Ort. An der Kamera der erschütterte Sprecher und im Hintergrund der dicke, über der ganzen Stadt New York hängende Rauch. Bald waren kurze, wackelige Aufnahmen zu sehen, von Handys der Passanten in den undurchsichtigen Nebelschwaden. Auch Leute die in unmittelbarer Nähe davor geflüchtet waren, um nicht von der dichten Wolke verschluckt zu werden. Alles war weiß. Von der Asche zugedeckt. Die Strasse, die Autos, sogar die Menschen, waren von unten bis oben und an ihren Augenlidern mit Asche bedeckt. Dann entdeckte ich auf den Fernsehbildern Papierseiten auf der Strasse, plötzlich wirbelten sie in der Luft herum, scheinbar noch der Rest an Unterlagen die aus den Towerbüros geschleudert wurden, nach einer Explosion. Alles in allem soooo unwirklich. So unwirklich! So unwirklich. Das Feuer in den oberen Stockwerken, das die Menschen da oben einschloss. Den einen Mann, den man in den Nachrichten live fallen sah, aus Verzweiflung gesprungen, geflüchtet vom Feuer! Und die Lebensgeschichten nach dem Anschlag.

Natürlich ist das schon etwas länger her. Man soll in die Zukunft sehen. Vergangenes hinter sich lassen. Wieder Freude empfinden! Doch kennen wir das alle, nach einem schrecklichen Erlebnis wieder auf die Beine zu kommen, dafür braucht jeder unterschiedlich lange Zeit. Die Frage ist; sollte man sich an solche Ereignisse erinnern? Ab und zu davon erzählen, scheint mir angemessen für die Zukunft. Nicht am Leid zu nagen. Aber im Guten daran erinnern. Vielleicht aufzuzeigen, dass die Welt fast einer Meinung war an diesem Tag. UNFASSBAR! Oder dass viele Menschen aus ihrer Not neue Freunde fürs Leben gewonnen haben, selbst wenn sie liebe Menschen verloren haben. Dass es Helden wirklich gibt und dass, wenn wir mehr zusammenhalten und aufeinander acht geben, DIE WELT BESSER zu ertragen ist.

Zusammenrücken, das wünsche ich uns!

 

 

28. Juni 2016

„Ich bin ein Schweizerknabe“

by Gabriel Weber

Auf, lasset uns singen! Und zwar das Helvetia Liederbuch für Schweizerschulen von Benjamin Zweifel aus dem Jahr 1902.

Patriotisch geht’s zu: Rufst du, mein Vaterland, siehst uns mit Herz und Hand“ (Und ich dachte immer, man sähe mit den Augen!), „S’Schwizerländli isch no chli“ (besonders im Vergleich zu Liechtenstein und Monaco, was?), „O mein Heimatland, o mein Vaterland, wie so innig feurig lieb‘ ich dich“ (Na, hoffentlich wird da die Frau des Sängers nicht eifersüchtig! Sie bekäme sicher auch gerne so eine Liebeserklärung.)… Auch wehrfreudig: „Wer will unter die Soldaten“ (Tja, wer will das schon heutzutage!)… Und natürlich religiös: Nun danket alle Gott“ (und zwar mit Herzen, Mund und Händen), „O du fröhliche, o du selige“… Dann gibt es da auch noch Klassiker: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“, „Freut euch des Lebens“ (Aber wohlgemerkt nicht die Version mit der Grossmutter und der Sense, sondern die mit dem Lämpchen!)… Wanderlieder sind natürlich auch vertreten: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ (Oje, alle Mann in Deckung!).

Hach, was fühle ich mich doch erbaut nach diesem kleinen Ausflug in das vaterländische Liedgut! Aber um noch einmal auf den Titel zurückzukommen: Was ist eigentlich mit den Schweizermädchen? Hä?

27. Juni 2016

Brauch deine Fantasie…

by Julia S.

Ein Meisterstück der Pop-up-Bücher ROBOT, die originellste Sammlung von Monster, die je zwischen zwei Buchdeckel gebändigt wurde. Dieses Roboter-Kinderbuch erhielt 1979 eine Kate Greenaway Medaille. ROB schreibt an seine Eltern in kurzen aber faltbaren Sätzen „Wie geht’s Mutter, sie hat doch nicht zuviel zu tun mit dem Baby? Ob Vater sein Mister Universum-Programm durchhält? Versorgen Grossmutter und Grossvater unseren kleine irdischen Wurm gut? Ist meine Schwester immer noch mit ihrem Schwachstrom-Musiker befreundet? Wir sehen uns Weihnachten…bis bald Euer ROB!“ Jede Seite überrascht den Beschauer mit einer Fülle von Falt-, Klapp-, Zieh-, Schieb- und Drehobjekten. Ein Spass für alle!

Ein wunderbarer Winterbeschrieb im Bilderbuch DER SCHNEEMANN. Ein Märchen von Hans Christian Andersen und super niedlich gezeichnet von Monika Laimgruber. Der Zottelhund und der Schneemann geniessen den ersten Schnee und unterhalten sich über ein Pärchen das lieb zu ihnen ist. ‚Das junge Mädchen lachte, nickte dem Schneemann zu und tanzte darauf mit ihrem Freund über den Schnee dahin, der unter ihren Schritten knarrte und pfiff, als gingen sie auf Stärkemehl.‘ Der Hund an der Kette erzählt von Erlebnissen im warmen Haus am Ofen und seiner Herrschaft. Rundum eine einfühlsame und ausgeschmückte Geschichte über diese zwei Freunde. Zeit um darin einzutauchen. (Bevor der Sommer hier doch noch kommt) 😉

Die einmalige Geschichte von unserem Schweizer ハイディ / HEIDI, das in den Bergen bei ihrem Grossvater in der Alphütte wohnt in der schönen Natur zu Hause ist, ihn lieben lernt, mit Peter und seinen Geissen befreundet ist, der die Ziegen von Heidis Grossvater hütet, der Reise nach Frankfurt und Heidis Erlebnisse mit der im Rollstuhl sitzenden Klara, die später endlich laufen lernt, weil ihr wiederum in den Bergen bei Heidi Zuhause in der gesunden Bergluft alles lebensfreudiger erscheint und auch ist. Die ganze Story, in liebevollen Details gemalt und Japanisch erzählt.

Eine ganz andere Geschichte in Reimform und mit exquisitem Text wird vergnügt erzählt im DER VIELFRASS von Johanna Seipelt. ‘Der Vielfrass im Gurkenglas…’, ‘Denn alles was man essen kann, zieht den Vielfrass magisch an’. Mit hammerwitzigen Zeichnungen zum niederknien und einem würdigen Ausgang.

Diese Bücher findest du in unserem Shop – solange Vorrat

23. Juni 2016

Veni, Vidi, Vici!

by Gabriel Weber

De gustibus non est disputandum. Über Geschmack lässt sich nicht streiten (oder wörtlich: Über die Geschmäcker darf nicht gestritten werden). Diese weise Erkenntnis verdanken wir, wie so vieles andere, den alten Römern. Für alle Leute, die sich vernünftigerweise der lateinischen Sprache widmen wollen, hat buchplanet.ch neuerdings Das grosse und das kleine Latinum von Frank E. Callies im Angebot.

Hach ja, das waren noch Zeiten… Sechs Jahre lang habe ich Latein gepaukt. Von den stupidesten Anfängersätzchen bis zu Originaltexten von Ovid und Vergil. Ich habe mich mit den verschiedenen Deklinationen und Konjugationen herumgeschlagen, mit der consecutio temporum, dem participium coniunctum, dem Gerundium und dem Gerundivum, dem genitivus objectivus, dem dativus commodi, dem ablativus absolutus (kurz ablabs), dem Konjunktiv Passiv, den Steigerungsformen und dem ACI. Manchmal (und zwar oft genug) war es zum Haare raufen! Sätze, in denen kein Wort an der richtigen Stelle steht und man selber herausfinden muss, was zusammengehört. Viele Regeln und keine davon ohne mindestens zwanzig Ausnahmen. Doch trotz Allem war Latein immer eines meiner Lieblingsfächer. Es ist nicht nur gut für die Bildung, sondern auch zum Angeben…

Und auf Seite 105 in diesem Buch kommt doch tatsächlich meine Lieblingsvokabel vor: das Verb contendere (sich anstrengen, behaupten, eilen, kämpfen).

22. Juni 2016

Titelbilder – PINK…

by Julia S.

…IST „IN“ UND IMMER SÜSS UND FRISCH!

In unserem Shop erhältlich; rundum wirkt Pink kraftvoll, sehr süß und auch frisch-aktiv würde ich sagen. Mit diesen Titelbildern versüße ich Ihnen hoffentlich den Tag. 😉

F2

F3

Metallkuh auf Box für FLEISCH-Buch

E

K

L1

L4L3L2

Ein dickes Buch mit den gesammelten Witzen der französischen Caramelstengel

Zum Shop: FLEISCHTIME AND MYTHKÜSSE, KÄMPFE, KAPRIOLEN. SEX IM TIERREICHICH LIEBE DICH!LES BLAGUES – CARAMBAR

21. Juni 2016

Der Tod und Gustave

by Gabriel Weber

Anhand von Zeichnungen des französischen Illustrators Gustave Doré (1832-1883) erzählt Walter Moers in Wilde Reise durch die Nacht eine skurrile Geschichte.

Gustave, mit seinen zwölf Jahren bereits Kapitän des Schiffes Aventure, erlebt etwas Merkwürdiges. Als sein Schiff eines Nachts in einen Siamesischen Zwillingstornado gerät und sinkt, macht er die Bekanntschaft des Todes und von dessen Schwester Dementia. Der Tod ist bereit, Gustave dieses eine Mal laufen zu lassen – unter der Bedingung, dass der Junge eine Reihe von Aufgaben bewältigt. So macht Gustave sich auf den Weg, angetan mit einer prachtvollen Ritterrüstung, bewaffnet mit Schwert und Lanze und getragen von einem sprechenden Pferd (beziehungsweise einem gesprächigen Gaul) namens Pancho Sansa. Die Aufgaben des Todes haben es in sich; Gustave muss zum Beispiel eine Jungfrau vor einem feuerspeienden Drachen retten (auch wenn, wie sich herausstellt, in diesem speziellen Fall das Umgekehrte näher liegen würde) und dem Schrecklichsten Aller Ungeheuer einen Zahn ziehen (allerdings ist das „Schrecklichste Aller Ungeheuer“ nicht das, was man erwarten würde). Ferner stehen noch eine Reise zum Mond (dort wohnt nämlich der Tod; es ist der einzige Ort, wo er noch vor den Menschen Ruhe hat) und ein Ausflug in die Verwaltung des Universums (mit den futuristischen Eventualitätswaben und den – bitte Luft holen! – raumzeitkontinuierlichen Möglichkeitsprojektionen) auf dem Programm. Und das alles wohlgemerkt in einer einzigen Nacht! Wird Gustave es schaffen?

Dorés Zeichnungen stammen aus Illustrationen für Don Quichote, Orlando Furioso und andere Werke. Üblicherweise ist ja das Buch zuerst da, dann kommen die Illustrationen. Hier ist es ausnahmsweise einmal umgekehrt.

20. Juni 2016

Erich… der Schalk in deinen Augen!

by Julia S.

Emil Erich Kästner (1899-1974) war ein deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett. Mit Erich Kästner bin ich aufgewachsen. Seine beliebten Kindergeschichten haben nicht nur die kleinen Leute begeistert. Zum gleichnamigen Roman ‚Das fliegende Klassenzimmer entstand 1973 in Deutschland der Kinderfilm von Regisseur Werner Jacobs. Die bekannten Schauspieler waren Joachim Fuchsberger als Direktor, Heinz Reincke der ‚Nichtraucher‘ die heutige Stimme von ‚Kapitän Blaubär‘ aus der ‚Die Sendung mit der Maus‘, Diana Körner, Bernd Herzsprung, Otto Bolesch und viele andere. Einer meiner Lieblingsfilme aus der Feder von Herrn Erich Kästner. Die Schweizer Hörspielkassetten mit den Titeln: ‚Das Doppelte Lottchen‘, ‚Emil und die Detektive‘ und ‚Pünktchen und Anton‘ in Züri-Mundart hörte ich damals rauf und runter. Hier im buchplanet.ch haben wir unter seinem Namen eine große Auswahl seines Schreibtalents auf vielen Papieren gebündelt.

Ein kleiner Auszug aus seinen ‚Die dreizehn Monate‘. Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt./ Kaum schrieb man sechs Gedichte,/ ist schon ein halbes Jahr herum/ und fühlt sich als Geschichte.// Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott…// Es wird und war. Es war und wird./ Aus Kälbern werden Rinder/ und, weil’s zur Jahreszeit gehört,/ aus Küssen kleine Kinder.// Am letzten Tische streiten sich/ ein Heide und ein Frommer,/ ob’s Wunder oder keine gibt./ Und nächstens wird es Sommer.//

Auch sehr zu empfehlen für wahre Unebenheiten im täglichen Leben DOKTOR ERICH KÄSTNERS LYRISCHE HAUSAPOTHEKE. Immer wieder ein Genuss für das ältere Publikum, ein fast medizinisches Mittel, das unbedingt in jede Hausapotheke gehört, um einen Trost oder ein Lächeln zu ergattern. Darin sind humorvolle, ironische und bissige Gedichte gegen Weltschmerz, Liebeskummer, Ärger und andere Störungen des seelischen Gleichgewichts. Einzige bekannte Nebenwirkungen: Einsicht und befreites Lachen.

16. Juni 2016

Wagners wilde Walküren

by Gabriel Weber

Strafbare Handlungen (zum Beispiel Morde) sind in Opern keine Seltenheit. Auch Richard Wagners Riesenwerk Der Ring des Nibelungen enthält unzählige Straftaten. Dies beweist Ernst von Pidde (1877-1966) in seine Buch Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ im Lichte des deutschen Strafrechts.

Drei Tage (Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung) plus einen Vorabend (Das Rheingold) dauert die Oper. Und in dieser Zeit hagelt es nur so Delikte: Alberich klaut das Rheingold, macht sich also des Diebstahls schuldig; Freia wird von den Riesen Fasolt und Fafner als Geisel genommen; Siegmund und Sieglinde begehen Inzest (und obendrein Ehebruch, was heute allerdings nicht mehr strafbar ist); Was Siegfried mit dem Drachen anstellt, ist zwar keine Wilderei, aber dafür eindeutig Tierquälerei; Hagen ermordet zuerst Siegfried, dann Gunther; Brünnhilde macht sich u. A. der schweren Brandstiftung schuldig. Auch Anstiftung bzw. Beihilfe zu diversen Straftaten kommt reichlich vor.

Die traurige Bilanz: Fünfmal lebenslänglich (Alberich, Fafner, Fricka, Hagen und Brünnhilde), diverse zeitlich begrenzte Freiheitsstrafen (Fasolt, Loge, Wotan, Siegmund, Hunding, Mime, Siegfried, Gutrune, Gunther, Wellgunde und Woglinde), eine Geldstrafe (Sieglinde) und nur gerade zwei Freisprüche (Freia und Flosshilde). Und sowas wird auf der Bühne gezeigt! Es ist wirklich witzig zu lesen, wie der studierte Jurist und überzeugte Anti-Wagnerianer Pidde den Ring sachkundig analysiert.

15. Juni 2016

Mensch Wolf!

by Julia S.

Wolfliebhaber aufgepasst, hier kommt ein schönes Buch! WOLFSSPUREN – Die Frau, die mit den Wölfen lebt. Faszinierende und berührende Begegnungen mit den Tieren, das wie kaum ein anderes die Fantasie des Menschen derart angeregt und in seiner Kulturgeschichte eine ebenso große Rolle spielt.

Mensch WolfTanja Askani gehört zu den wenigen Menschen, denen es gelang, eine enge Beziehung zu Wölfen aufzubauen. Ihre Geschichte ist mit einzigartigen Bildern zu verfolgen. Seitdem sie ihren ersten verwaisten Polarwolfswelpen mit der Hand aufgezogen hat, befasst sie sich intensiv mit Wölfen, lebt mit ihnen und betreut heute mehrere Wolfsrudel. Was für uns eher ungewöhnlich ist; nicht nur in der freien Natur oder in alten Überlieferungen sind Wölfe und Kolkraben zusammen zu finden. In den Zoogärten und Wildparks werden in den Wintermonaten die Gehege oft von wilden Raben belagert. Die beiden Tierarten bilden eine Zweckgemeinschaft; wo Wölfe sind, sind auch Raben nicht fern. Ihre aufgeregten Rufe locken die Wölfe an, die mit ihren kräftigen Reißzähnen den Kadaver öffnen und sich satt fressen. Danach bleiben noch genügend Happen für die Raben, und so profitieren beide Tierarten von dem Fund.

Nicht nur für Menschen ist Deutschland ein beliebtes Einwanderungsland, nein auch vereinzelte Wölfe finden ihren Weg über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen.

Sie durchschwimmen den Grenzfluss Oder zwischen Polen und Deutschland. Andere nehmen den Weg über die polnische Südgrenze und folgen den Höhenzügen der Karpaten und Sudeten bis ins Erzgebirge. Und wer sich mit Gruselfilmen auskennt stolpert mit dem Wolf zweifellos über das Wort Karpaten. Wo Graf Dracula gehaust haben soll. (Apropos ‚Heulen und Zähneklappern‘ der Blog von Gestern). Übrigens Schloss Bran liegt in der gleichnamigen Ortschaft, in Siebenbürgen, Rumänien. Die Burg wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, da es dessen Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.