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Schlechte Laune für Anfänger

von Gabriel Weber

Muss man eigentlich partout immer guter Laune sein? Immer fröhlich, immer lächelnd, immer gut drauf? Unser Umfeld scheint das zu verlangen. Gegenargumente liefert Thomas Prünte in seinem Buch Vom Sinn schlechter Laune.

Wir leben heutzutage in der reinsten „Positiv-Diktatur“: Man soll positiv denken, auch (und gerade dann) wenn es einem noch so miserabel geht. Im Beruf hat man stets hochgradig motiviert zu sein oder wenigstens so zu tun, als ob man es wäre. Nur ja nicht als Miesepeter bzw. Miesepetra oder gar als depressiv gelten! Tapfer und zuversichtlich sein, nur ja keine Schwäche zeigen! Alles im Leben muss reibungslos laufen. Muss? Es muss gar nicht. Der Autor dieses Buches vertritt die Theorie, dass schlechte Gefühle durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sind nämlich Alarmsysteme, die uns warnen, wenn in unserem psychischen Haushalt etwas nicht stimmt. Wenn wir sie unterdrücken, richten wir in unserem Inneren unter Umständen grossen Schaden an. Natürlich darf man so fröhlich und optimistisch sein, wie man will. Aber eben nur wie man will, nicht wie man muss beziehungsweise zu müssen glaubt.

Also Schluss mit der dauernden Zwangs-Grinserei! Mut zu gesenkten Mundwinkeln! Und nicht vergessen: In den Peanuts (Blog vom 2. Juni 2014) darf Charlie Brown sogar ganz offiziell Trübsal blasen!

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