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Joy heisst Freude

von Gabriel Weber

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, wie kein Dichter sie besser erfinden könnte:

Es war einmal eine amerikanische Dichterin. Ursprünglich jüdischer Herkunft, später Kommunistin und Atheistin, schliesslich zum christlichen Glauben übergetreten. Unglücklich verheiratet, Mutter von zwei Söhnen. Sie kommt nach England, weil sie Abstand von ihrem Gatten braucht und weil sie einen Mann kennen lernen möchte, mit dem sie bereits Briefe gewechselt hat. Es handelt sich dabei um einen hochangesehenen Gelehrten und Schriftsteller aus Oxford, schon über 50 Jahre alt. Der überzeugte Junggeselle ist fasziniert von der Besucherin, genau dem intellektuellen Gegenüber, nach dem er schon lange gesucht hat. Die Zwei freunden sich an; der Oxford-Professor heiratet die kürzlich geschiedene Amerikanerin sogar standesamtlich, damit sie in England bleiben kann (eine sogenannte Scheinehe). Das Arrangement ist eine reine Formsache, die keinerlei Verpflichtungen mit sich bringt; die Eheleute leben auch nicht zusammen. Dann das Drama: Die frischgebackene britische Staatsbürgerin erkrankt an Krebs. Erst jetzt wird ihr Pro-Forma-Ehemann sich seiner wahren Gefühle bewusst. Als sie im Sterben liegt, werden die Dichterin und der Professor, beide gläubige Christen, an ihrem Krankenbett kirchlich getraut. Promt tritt – völlig überraschend – eine Besserung ein; der Herr Professor und die Frau Professor leben noch drei Jahre glücklich zusammen (jetzt wirklich als Ehepaar, für sie persönlich ist erst die religiöse Heirat tatsächlich verbindlich). Es sind für beide wohl die glücklichsten Jahre ihres Lebens.

Leider war C. S. Lewis, genannt Jack, und Joy Davidman, geschiedene Gresham, nur ein relativ kurzes gemeinsames Glück vergönnt. Brian Sibley erzählt in Späte Liebe diese aussergewöhnliche wahre Liebesgeschichte.

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