Blog von buchplanet.ch | gebrauchte Bücher zu unschlagbaren Preisen

Auf in den Wilden Westen!

von Gabriel Weber

Hach ja, der gute alte Karl May… eine Legende der populären Literatur, über die ich vor langer Zeit schon einmal geschrieben habe (Blog vom 31. Oktober 2013). Das einzige seiner zahlreichen Bücher, das ich je gelesen habe, ist Der Ölprinz.

Eine Gruppe von Auswanderern aus Deutschland, genauer gesagt aus Sachsen, zieht in den Wilden Westen. Dazu gehören u. A. der „Herr Kantor emeritus Matthäus Aurelius Hampel aus Klotzsche bei Dresden“ (wie er sich selber vorstellt), ein furchtbar weltfremder Musikus, der in Amerika eine Oper komponieren will, und Frau Rosalie Ebersbach (ausgesprochen „Eberschbach“), verwitwete Leiermüller, geborene Morgenstern, die Ziehharmonika spielt (nebst ihren übrigen Talenten). In Arizona stossen die Auswanderer auf eine ganze Reihe von Landsleuten (im Westen scheint es von Sachsen nur so zu wimmeln): Sam Hawkens, Hobble-Frank und Old Shatterhand. Diese drei erfahrenen Wildwest-Bummler, selbstverständlich ergänzt durch den berühmtesten Indianer aller Zeiten, den legendären Apachen Winnetou, nehmen die Auswanderer unter ihre Fittiche. Das ist auch dringend nötig. Besonders der zerstreute Herr Kantor emeritus (auf das „emeritus“ legt er übrigens gesteigerten Wert), der nichts als seine Musik und seine Oper im Kopf hat, würde im Wilden Westen ohne Unterstützung im wahrsten Sinne des Wortes sang- und klanglos untergehen. Natürlich trifft die Gruppe unterwegs allerlei zwielichtige Gestalten, zum Beispiel einen gewissen Grinley, der angeblich eine Ölquelle entdeckt hat. Deshalb schleppt er jetzt den leichtgläubigen Bankier Duncan quer durch den Westen, um ihm diese Quelle zu verkaufen. Ausser dem besagten Bankier merkt jeder, dass die ganze Sache zum Himmel stinkt (und zwar nicht nach Öl). Da können Winnetou und sein Blutsbruder Old Shatterhand natürlich nicht einfach tatenlos zusehen…

Ich amüsiere mich immer wieder köstlich über den naiven Unglücksraben von Kantor (emeritus!) und über die resolute Frau Ebersbach, die ebenso schön sächselt wie die Quasselstrippe Frank. Im Katalog von buchplanet.ch findet man Karl May neuerdings dutzendweise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.