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Wer reich sein will, muss leiden!

von Gabriel Weber

Reich sein ist manchmal durchaus kein Vergnügen. Das wird einem klar, wenn man Gutes Personal ist schwer zu finden von Cécil David-Weill liest.

Laure Ettinguer und ihre jüngere Schwester Marie, Töchter aus steinreichem Haus, sind entsetzt. Ihre Eltern wollen L’Agapanthe verkaufen, die hochherrschaftliche Luxusvilla an der Côte d’Azur. Man findet heutzutage einfach kein qualifiziertes, standesgemässes Personal mehr für eine solche Bude (die sehr viel Personal erfordert). Aber da haben Monsieur und Madame Ettinguer die Rechnung ohne ihre Töchter gemacht! Für die Beiden ist nämlich klar: Das Haus muss der Familie unbedingt erhalten bleiben. Und zu diesem Zweck müssen finanzkräftige Ehemänner her. So laden Laure und Marie anlässlich ihres alljährlichen Sommeraufenthaltes eine ganze Reihe von potentiellen Kandidaten nach L’Agapanthe ein. Jean-Michel Destret, neureicher Top-Manager (ein Streber, der sich offenbar gut vorbereitet hat, aber trotzdem in jeden Fettnapf tritt); Béno Grunwald, Jetset-Playboy (einer, der partout jeden und jede in seiner Umgebung für sich einnehmen will); Alvin Fishbein, esoterisch interessierter Milliardär (richtet sein Bett nach Feng Shui aus und bringt seinen eigenen Koch mit)… Ausserdem geben sich noch weitere Gäste die Ehre, darunter ein exzentrischer Lord, ein Film-Starlet und ein Nobelpreisträger. Doch so einfach und reibungslos, wie die beiden Damen sich das vorgestellt haben, verläuft die Aktion nicht. Das mit dem Heiraten auf Knopfdruck scheint aus irgendeinem Grund nicht so recht zu funktionieren. Schliesslich steht eines schönen Tages der Immobilienmakler vor der Tür. Werden die Ettinguers ihre Villa mit 20 Schlafzimmern, Glockenzügen, Dienstboten, privatem Strand und allem, was man sonst noch für ein halbwegs menschenwürdiges Dasein braucht, behalten können?

Hochnäsige, blasierte Snobs empfangen gelangweilte Angeber, selbstverliebte Möchtegern-Intellektuelle, schwadronierende Hohlköpfe und andere angenehme Zeitgenossen beiderlei Geschlechts, einer schlimmer als der andere. Und obendrein muss man immer sorgfältig darauf achten, dass man mit den noch steinreicheren Nachbarn Schritt halten kann. Die besten Voraussetzungen für eine Salonkomödie…

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