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Chefsache

von Gabriel Weber

Jeder Arbeitnehmer kennt ihn: den Chef (notabene: in diesem Blog ist mit der männlichen Form immer auch die weibliche gemeint). Deshalb sollten möglichst viele Arbeitnehmer (und auch möglichst viele Chefs) Margit Schönbergers Buch Mein Chef ist ein Arschloch, Ihrer auch? lesen (trotz des ordinären Titels).

Die Chefs sind eine merkwürdige Spezies. Da gibt es den Atemlosen (der ständig hinter der Zeit und seinen eigenen Zielen herrast und durch seine Hektik nicht nur sich selbst, sondern auch den Untergebenen schadet), den Inkompetenten (der gar nichts kann, aber durch Protektion zu seinem Posten gekommen ist), den Neurotiker (der überall Feinde wittert und nur devote Ja-Sager in seiner Umgebung duldet), den Bedenkenträger (der sich für den unentbehrlichen Schutzengel des gesamten Betriebs hält) und noch viele andere. Chefs leben in ihrer eigenen Welt, ihrer eigenen Clique, ihrem eigenen Dunstkreis, der sich über Gehälter, Statussymbole und die Anzahl der Untergebenen definiert; was ausserhalb der Chefetage passiert, interessiert sie einen Dreck. Manchmal halten sie an Betriebsversammlungen flammende Reden mit abgedroschenen Phrasen und halten das für Motivation; und wenn der Haussegen einmal definitiv schief hängt, verordnen sie der Belegschaft einen albernen Betriebsausflug oder ein blödsinniges Gruppenseminar. Margit Schönberger hält wertvolle Ratschläge bereit, wie man als Arbeitnehmer in einem solchen Umfeld einigermassen überleben kann.

Natürlich gibt es auch gute Chefs, ganz ohne Zweifel. Aber die Arschlöcher (Verzeihung!) in Kaderpositionen kommen leider häufig vor. Doch eines sollte man nicht vergessen, nämlich vor dem Jammern festzustellen, ob der Grund für das schlechte Verhältnis zum Chef möglicherweise bei einem selber liegt…

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