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Ave, Cäsar!

von Gabriel Weber

Zu den Klassikern der lateinischen Literatur gehören die Kaiserviten (De vita caesarum) von Caius Suetonius Tranquillus. Sueton, wie der Autor auch genannt wird, berichtet darin vom Leben Julius Cäsars und der auf ihn folgenden elf römischen Kaiser, von Augustus bis Domitian.

Na, das waren vielleicht Figuren! Cäsar hatte nicht nur eine Glatze (weshalb er so gerne einen Lorbeerkranz trug), sondern war auch bekannt für seine sexuellen Eskapaden (und zwar mit Frauen und Männern). Augustus war äusserst sparsam in der Verleihung des römischen Bürgerrechts und wachte streng über die Sitten. Die Herrschaft von Tiberius begann vielversprechend, weil er sich in Bescheidenheit und Zurückhaltung übte, doch später, in der Abgeschiedenheit seines Refugiums auf der Insel Capri, gab sich der Kaiser jeder nur denkbaren Ausschweifung hin. Noch schlimmer war Caligula (Sueton bezeichnet ihn wörtlich als „monstrum„): Da sind alle die Schauergeschichten über Mord, Inzest, Gotteslästerung und Grössenwahn nachzulesen, die Caligula zum Inbegriff des „Cäsarenwahns“ machen sollten. Nach Caligulas Tod – er starb, wie zu erwarten war, keines natürlichen Todes – wurde sein Onkel Claudius zum Kaiser ausgerufen – nachdem man ihn im kaiserlichen Palast hinter einem Vorhang versteckt gefunden hatte. Neros Ambitionen als Sänger und Schauspieler sind heute noch bekannt.

Natürlich muss man das Ganze kritisch betrachten, vor Allem in Bezug auf die Quellen. Sueton erwähnt auch berühmte Zitate wie Caligulas „Oderint, dum metuant“ (Sollen sie mich doch hassen, solange sie mich fürchten) oder Neros „Qualis artifex pereo“ (Welch ein Künstler geht mit mir zugrunde). Ich hingegen kann nur mit Obelix sagen: „Die spinnen, die Römer!

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