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Wenn Nessie Moby Dick die Flosse schüttelt

von Gabriel Weber

Ein zwar schöner, aber eigentlich ganz unspektakulärer See in Schottland ist die Heimat des berühmtesten kryptozoologischen Wesens der Welt: Loch Ness. Alles über Nessie und seine Kollegen aus aller Welt kann man in dem Buch Seeungeheuer. Mythen, Fabeln und Fakten von Richard Ellis nachlesen.

Was sich so alles im Ozean tummelt: Seeschlangen, die schon in der Antike erwähnt werden. Im Sommer 1817 haben angeblich zahlreiche Leute vor der Küste von Gloucester im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts ein solches Tier gesichtet – so zahlreiche Leute, dass eine Untersuchung mit Fragebögen durchgeführt wurde (man fand allerdings nichts). Meerjungfrauen, deren mythologische Ursprünge bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgt werden können. Von diesen reinen Fabelwesen muss man natürlich jene Geschöpfe unterscheiden, die zwar unzweifelhaft existieren, aber oft übertrieben dargestellt wurden. Wale, die auf See gesichtet oder tot an die Küste geschwemmt wurden, machten den Menschen nur schon durch ihre schieren Ausmasse Angst – schon lange bevor Herman Melville mit seinem Moby Dick oder Carlo Collodi mit seinem Pinocchio Wale als Bedrohung darstellten. Oktopusse sind kulturhistorisch sozusagen der Inbegriff des Seemonsters – aber eigentlich friedfertige und bemerkenswert intelligente Tiere. Der weisse Hai hat nicht erst seit dem berühmten Film ein ernsthaftes Imageproblem, sein Ruf ist schon seit Urzeiten eher zweifelhaft. Und dann ist da noch Architeuthis, der Riesenkalmar, quasi der Urgrossvater aller Schauergeschichten von Kraken, bis heute geheimnisumwoben. Vermutlich hat bisher noch kein Mensch dieses Riesenvieh, das mit Pottwalen Kämpfe austrägt, lebendig in seinem natürlichen Lebensraum gesehen.

Der Autor dieses Buches hat sorgfältig Zeugnisse von Menschen zusammengetragen, die über die Jahrhunderte hinweg solche Kreaturen gesichtet haben wollen, und vergleicht ihre Angaben mit biologischen Fakten. Ein äusserst aufschlussreiches Werk; die unendlichen Tiefen der Ozeane haben die Menschen schon immer sowohl erschreckt als auch fasziniert. Ach, übrigens: Am 21. Februar 1995 verkündete die Zeitung „Weekly World News“, das Monster von Loch Ness sei tot…

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