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Archiv vom Februar, 2016

29. Februar 2016

Haste mal n‘ Streichholz…?

by Julia S.

30 Zündende Unterhaltungen direkt aus unserem Büchershop zu hören – äh – zu lesen. * * * UNERWÜNSCHTE ANRUFE. Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des … Und er hat aufgelegt! Schon wieder? Das ist jetzt der Dritte! Er lässt mich nicht mal den Satz beenden! Ich komme nur bis: „Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des …“ – und peng! Aufgelegt. Auf welchen Hund ist die Welt nur gekommen? Früher freuten sich die Leute richtig, wenn man sie anrief, um es ihnen mitzuteilen. Eine absolute Ehre war es für sie! * * * JETZT HÖR MAL ZU. A: Das Abflussrohr hinten ist wieder verstopft. B: Mist. A: Das Abflussrohr! Wieder verstopft! B: Prima. A: Du musst etwas dagegen machen. B: Okay, okay. A: Hast du gehört, was ich gesagt habe? B: Klar doch. A: Hast du nicht, oder! B: Hab ich nicht? A: Okay, ein neues Kapitel in unserem Gespräch. B: Gut. A: Das wundert mich immer wieder. B: Kann ich mir vorstellen. A: Du hörst nie richtig zu. Aber du weisst oft, dass ich etwas sage. B: Oft, ja. A: Und du weisst, wann ich damit fertig bin. B: Ist halt so. A: Du weisst, dass du eigentlich irgendetwas antworten müsstest. B: Irgendetwas, ja. A: „Irgendetwas.“ Genau. Dir ist also bewusst, dass etwas gesagt wurde. B: Ach ja? A: Du hast es nur nicht verstanden. B: Natürlich nicht. A: Was wir sagen, hat also die äusserliche Form eines Gesprächs….  (Am Ende des Gesprächs) …A: Ich denke du registrierst zumindest meinen Tonfall… Ich sage jetzt mal etwas Negatives auf positive Weise und umgekehrt: Wunderbare Nachricht, Liebling! Dein alter Freund Peter Plaster ist gestorben! B: Prima. A: Ich fürchte jedoch, er hat dir eine halbe Million Pfund vererbt. B: Mist.
streich
* * * ZWISCHEN KÄSE UND MARMELADE. (Der Anfang des Gesprächs) C: Hi! Ich bin’s! Ich hab zig Mal versucht, dich anzurufen! Hab mir Sorgen gemacht! D: Warum? Was ist denn passiert? C: Nichts ist passiert! Aber es war dauernd besetzt. D: Ja – weil ich versucht hab, dich anzurufen. C: Du hast versucht, mich anzurufen? Warum? Was ist denn passiert? D: Nichts! Ich hab versucht, dich anzurufen, das ist alles. C: Um mir zu sagen, dass nichts passiert ist? D: Nein, um herauszufinden, warum du versucht hast, mich anzurufen! Ich hab mir Sorgen gemacht. Dachte, es wäre etwas. C: Ich hab nur vermutet, mit deinem Telefon könnte etwas nicht in Ordnung sein…. (Der Schluss des Gesprächs) …C: Bist du jetzt im Supermarkt oder nicht? D: Ich bin im Supermarkt. Zufällig. Warum, wo bist du denn? C: Im Supermarkt! D: Du bist im Supermarkt? C: Am Käsestand. Oh, ich seh dich! Bei der Marmelade! Ich hab dich genau im Blick! Ich winke! Siehst du mich? D: Klar seh ich dich. C: Ich geh auf dich zu. D: Ich weiss, ich weiss. C: Ich bin fast da … Direkt vor dir. Dann mal tschüss. Wir telefonieren.

Interessant wie wir uns mit der Modernität die Zeit gewinnen wollen, und sie im selben Moment nutzlos vorbei streichen lassen.

25. Februar 2016

Chefsache

by Gabriel Weber

Jeder Arbeitnehmer kennt ihn: den Chef (notabene: in diesem Blog ist mit der männlichen Form immer auch die weibliche gemeint). Deshalb sollten möglichst viele Arbeitnehmer (und auch möglichst viele Chefs) Margit Schönbergers Buch Mein Chef ist ein Arschloch, Ihrer auch? lesen (trotz des ordinären Titels).

Die Chefs sind eine merkwürdige Spezies. Da gibt es den Atemlosen (der ständig hinter der Zeit und seinen eigenen Zielen herrast und durch seine Hektik nicht nur sich selbst, sondern auch den Untergebenen schadet), den Inkompetenten (der gar nichts kann, aber durch Protektion zu seinem Posten gekommen ist), den Neurotiker (der überall Feinde wittert und nur devote Ja-Sager in seiner Umgebung duldet), den Bedenkenträger (der sich für den unentbehrlichen Schutzengel des gesamten Betriebs hält) und noch viele andere. Chefs leben in ihrer eigenen Welt, ihrer eigenen Clique, ihrem eigenen Dunstkreis, der sich über Gehälter, Statussymbole und die Anzahl der Untergebenen definiert; was ausserhalb der Chefetage passiert, interessiert sie einen Dreck. Manchmal halten sie an Betriebsversammlungen flammende Reden mit abgedroschenen Phrasen und halten das für Motivation; und wenn der Haussegen einmal definitiv schief hängt, verordnen sie der Belegschaft einen albernen Betriebsausflug oder ein blödsinniges Gruppenseminar. Margit Schönberger hält wertvolle Ratschläge bereit, wie man als Arbeitnehmer in einem solchen Umfeld einigermassen überleben kann.

Natürlich gibt es auch gute Chefs, ganz ohne Zweifel. Aber die Arschlöcher (Verzeihung!) in Kaderpositionen kommen leider häufig vor. Doch eines sollte man nicht vergessen, nämlich vor dem Jammern festzustellen, ob der Grund für das schlechte Verhältnis zum Chef möglicherweise bei einem selber liegt…

24. Februar 2016

Mol so richtig Baaslere!

by Julia S.


Der Fasnachtshund
us „Der Glopfgaischt goht um…“ aus dem Pharos-Verlag Hansrudolf Schwabe AG, Basel. Zwai Waggis (Der klassische Waggis ist eine traditionelle Verkleidung mit imposanter Larve der Basler Fasnacht), wo guet intrigiere kenne, die hänn alli Chance, wo me sich numme ka dängge. Wenn si mit ihre gwaltige Durlipszinggen und ihre blaue Bluuse, mit ihre digge Stäggen und mit em Gärnli volle Gmieser, mit de wysse Häntsche, mit de Holzschueh und mit em wysse, oder mit em schwarze Zipfelkämmli naimen erschyne, derno spitze d Lyt iberal d Ohre. Zerscht mache si naimen in ere Baiz e Haide-Spedaggel und derno zaige si uff aimool mit em Stäggen in en Egge. Dert lacht au scho ain grampfhaft; aber e zarti Gänslihuut goht em vilicht ainewäg der Buggel uff, wenn er nit ganz, ganz suuber isch ibers Nierestigg. Und jetz gohts loos! Jetz kunnt dä furchbar Ziegel vom erschten Augschte wider firen und die Kalberey mit däm Veelo und mit der Schuuggerey säbetsmool. Si rupfen ems Kaiglen uff und dass er d Frau eso vyl ellai liess und dass er im Gschäft däm Maitli in der Regischttratur allewyle scheeni Augen aanegmacht haig, bis es der Broggurischt uus em zweite Stoog ghyrootet haig…IMG_0004

…Un si sinn wyter vo Baiz ze Baiz gwalzt, hänn do aim d Levyte verlääsen und dert aine gringglet, bis er schier Fungge gää het, und si hänn efange zimmlig schwäri Bai un de bitzeli rundi Fiess bikoo, nit numme vom Ummenanderschuehne, nai au vom vylen Absitze. Das haisst – vilicht weeniger vom Absitzen as vo dämm, wo si z sirpfle bikoo hänn, wenn si abgsässe sinn. Alti Fasnächtler hänns ase jung alli emoole miesse lehre, dass me vyl gschwinder hooch het, wemmen e baar Gleesli, wo me sunscht guet verdraage kaa, wäge der Larve dur e Stauhämli sirpfle mues. Die baide Waggissinn nämmlig Brieder gsi. Si hänn mit den Elteren im glyche Huushalt gwohnt, aber im Stogg oobedraa, in ere Mansarde, woon e diraggti Diren ins Stäägehuus gha het. Der sinn ihre baide Näschter gstande. Der aint von unsere Waggis, der Ruedi, dä het nootinoh langi Zyt noh sym Kahn bikoo. Jetz in d Glappe drohlen und aifach druffloos pfuuse – oh, wär daas wunderbar! Er het die Sähnsucht au sym eltere Brueder Joggi nit verschige. Und woon er gseh het, dass dä Joggi säälig in d Auge von ere gruusige, härzige Wohrsaagere dief aabegluegt het, do isch er aifach ganz still verduftet und het – lycht im Ziggzagg – der Haimwääg under die runde Flosse gnoo.

…Aber uff aimol isch dä Schäreschlyffer uffgfahre und het uus Lybesgreft aafoo bällen un dbäffzge wie gschosse. Der Joggi, wo het ynewlle, isch nadyrlig gheerig verschrogge. Mied isch er aber au gsi, und mit eme fremde, beese Hund aabinde, doo derzue isch er jetz,eso noh de Fimfe demorgen, aifach z fuul gsi. Zwaimool isch em dä Schäreschlyffer in d Hoosebai gfahre. Das het glänggt. Dorum het der Vatter vo däne zwai Wäggis au am andere Morge spoot der Joggi im diefschte Schloof und im Waggis under der Schaubmatte vor der Dire vo der Mansarde gfunde, won er syni Spresslig het welle go go wegge.

23. Februar 2016

Ave, Cäsar!

by Gabriel Weber

Zu den Klassikern der lateinischen Literatur gehören die Kaiserviten (De vita caesarum) von Caius Suetonius Tranquillus. Sueton, wie der Autor auch genannt wird, berichtet darin vom Leben Julius Cäsars und der auf ihn folgenden elf römischen Kaiser, von Augustus bis Domitian.

Na, das waren vielleicht Figuren! Cäsar hatte nicht nur eine Glatze (weshalb er so gerne einen Lorbeerkranz trug), sondern war auch bekannt für seine sexuellen Eskapaden (und zwar mit Frauen und Männern). Augustus war äusserst sparsam in der Verleihung des römischen Bürgerrechts und wachte streng über die Sitten. Die Herrschaft von Tiberius begann vielversprechend, weil er sich in Bescheidenheit und Zurückhaltung übte, doch später, in der Abgeschiedenheit seines Refugiums auf der Insel Capri, gab sich der Kaiser jeder nur denkbaren Ausschweifung hin. Noch schlimmer war Caligula (Sueton bezeichnet ihn wörtlich als „monstrum„): Da sind alle die Schauergeschichten über Mord, Inzest, Gotteslästerung und Grössenwahn nachzulesen, die Caligula zum Inbegriff des „Cäsarenwahns“ machen sollten. Nach Caligulas Tod – er starb, wie zu erwarten war, keines natürlichen Todes – wurde sein Onkel Claudius zum Kaiser ausgerufen – nachdem man ihn im kaiserlichen Palast hinter einem Vorhang versteckt gefunden hatte. Neros Ambitionen als Sänger und Schauspieler sind heute noch bekannt.

Natürlich muss man das Ganze kritisch betrachten, vor Allem in Bezug auf die Quellen. Sueton erwähnt auch berühmte Zitate wie Caligulas „Oderint, dum metuant“ (Sollen sie mich doch hassen, solange sie mich fürchten) oder Neros „Qualis artifex pereo“ (Welch ein Künstler geht mit mir zugrunde). Ich hingegen kann nur mit Obelix sagen: „Die spinnen, die Römer!

22. Februar 2016

Alle Tiere „Steiff“

by Julia S.

Es gibt wohl kaum ein Tier auf dieser Erde, das nicht einen Zwilling aus Plüsch zur Seite gestellt bekommen hat. Alle diese „Stoff-Verwandten“ tragen nicht nur den gleichen Knopf im Ohr, sondern auch denselben Namen: Steiff. Und alle haben sie dieselbe „Mutter“, Margarete Steiff, die Gründerin und langjährige Chefin der Spielzeugfabrik im schwäbischen Giengen. 1997 jährt sich der Geburtstag der bekanntesten Tochter des Städtchens an der Brenz zum 150. Mal.
Wer war diese Margarete Steiff, wie hat sie es geschafft, aus einer kleinen Heimwerkstatt ein weltweit bekanntes Unternehmen zu schaffen? Ihr eigenes Tagebuch, das Margarete Steiff im Rückblick auf ihr gewiss nicht einfaches Leben geschrieben hat, gibt die Antwort und beschreibt das Leben und die überaus erfolgreiche Karriere dieser ungewöhnlichen Frau.
So manches in die Biographie übernommene Zitat aus dem handschriftlichen Tagebuch gibt uns das Gefühl, Margarete Steiff geradezu „gegenüberzusitzen“. Nüchtern und unsentimental schildert sie ihr Leben. Auch im Umgang mit ihrer Krankheit bleibt sie nüchtern, sie will kein Mitleid. Sie selbst hat es in ihrem Leben nicht nötig gehabt, rührselig zu werden, also hat Rührseligkeit auch in ihrem Tagebuch keinen Platz. Das Buch in unserem Shop „Wie ich zur Teddymutter wurde“ – Das Leben der Margarete Steiff nach ihren eigenen Aufzeichnungen.

Durch ein Unglück mit einem Arbeitsgefährt brach sich Margarete ihr Bein und zwang sie lange bettlägrig zu sein. Ihr Vater war schon wieder daran sie in eine Kur zur Heilung zu schicken, als die damals siebzehn jährige Margarete ihrem Vater unmissverständlich klar machte, dass sie nirgendwohin mehr zur Kur fahren werde. Sie hatte endgültig genug davon in immer neue Arzneimittel und Heilmethoden Hoffnungen zu setzen, um dann doch ein um’s andere Mal bitter enttäuscht zu werden:  „Es war ein langes Suchen nach Heilung, bis ich mir selbst sagte, Gott hat es so für mich bestimmt, dass ich nicht gehen kann. Es muss auch so recht sein. Von da an lies ich mich durch keine angepriesenen Mittel oder Heilmethoden mehr aufregen, denn das unnütze Suchen nach Heilung lässt den Menschen nicht zur Ruhe kommen.“ Diese Einsicht bedeutete für sie eine ungeheure Erleichterung. Befreit von der ewigen Sorge, ob denn die nächste Behandlung Besserung bringen würde, konnte sie nun darangehen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Eine spannende Lebens- geschichte wozu ich den Deutschen Spielfilm gesehen habe aus dem Jahr 2005. Sehr eindrucksvoll dargestellt von den Schauspielern Heike Makatsch als Margarete, Suzanne von Borsody, Harald Krassnitzer, Herbert Knaup und anderen. Margarete Steiff eine starke Frau, ein kraftvolles Vorbild für mich.

18. Februar 2016

Das Haus der Neureichen

by Gabriel Weber

In den 1880er Jahren war die High Society von New York in zwei strikte getrennte Parteien geteilt: Einerseits die Vertreter des „alten Geldes“, die ihr Vermögen spätestens im Unabhängigkeitskrieg begründet hatten (angeführt von der Familie Astor); Andererseits die (relativ) neureichen Parvenüs, die ihren Wohlstand dem jüngsten Wirtschaftsboom zu verdanken hatten (zum Beispiel die Familie Vanderbilt). Da die Altreichen den Neureichen kategorisch den Zugang zu den Logen in der Academy of Music verwehrten, beschlossen letztere kurzerhand, ein eigenes Opernhaus zu bauen.

Am 22. Oktober 1883 wurde das neue Opernhaus, das die Neureichen ohne Rücksicht auf die Kosten in Manhattan aufgestellt hatten, pompös eröffnet: Die Metropolitan Opera. In den ersten Jahren war die Konkurrenz zwischen den beiden Opernhäusern, der Academy der Altreichen und der Metropolitan der Neureichen, ein reiner Jahrmarkt der Eitelkeiten – Wo ging „man“ hin? Wo hatte „man“ seine Loge? Mit wem wollte „man“ gesehen werden? – , die Oper an sich war hingegen zweitrangig. Entsprechend waren die Anfänge der Met künstlerisch mittelmässig und finanziell ein Fiasko. Erst als Leopold Damrosch die Leitung des Hauses übernahm, begann (und zwar mit Wagner) der Aufstieg der Metropolitan Opera zu einem der bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Unter Managern wie Maurice Grau, Giulio Gatti-Casazza oder Rudolf Bing kamen die besten Künstler der Opernwelt nach New York: Enrico Caruso, Nellie Melba, Placido Domingo, Lilli Lehmann, Arturo Toscanini, Maria Callas, Beniamino Gigli, Renata Tebaldi, Fjodor Schaljapin, Leonard Bernstein, Lisa della Casa, Joan Sutherland und noch viele andere.

Jetzt bei buchplanet.ch: 100 Jahre MET – Oper in der Neuen Welt von Carl H. Hiller.

17. Februar 2016

Lesezeichen 28

by Julia S.

Bedienen Sie sich bei uns im Büchershop, wir haben viel Glück zu verschenken mit dem spannenden Titel - GLÜCK kommt selten allein vom ärztlichen Komödiantenautor Hirschhausen.Bedienen Sie sich bei uns im Büchershop, wir haben viel Glück zu verschenken mit dem spannenden Titel – „GLÜCK kommt selten allein“ vom ärztlichen Komödiantenautor Dr. Med. Eckart von Hirschhausen. Gut, dass auch mal nix Schlimmes passiert – welch nette Hoffnung diese Postkarte verspricht – da bedanken wir uns doch!Gut, dass auch mal nix schlimmes passiert - welch nette Hoffnung diese Postkarte verspricht - da bedanken wir uns doch.

Liebe(r)……………….

Wenn Du diese Postkarte bekommst, hat jemand an Dich gedacht. Du hast also Glück. Dafür musst Du diese Postkarte nicht zehnmal weiter verschicken. Du darfst damit machen, was Du willst. Es wird Deinem Glück keinen Abbruch tun. Ich wollte nur, dass Du weisst, dass ich Dich mag. Ich würde Dich gerne mal wieder sehen! Hier ist meine Telefonnummer…………………, für den Fall, dass Du sie verlegt hast Akku leer, viel um die Ohren, Ebola – was halt so dazwischen kommen kann. Vielleicht war diese Postkarte ja auch im SPAM-Filter 😉 Du hast mehr als 24 Stunden Zeit. Und wenn du nicht anrufst, passiert auch nichts Schlimmes. Freunde sind Menschen, die einen mögen, obwohl sie einen kennen. Dein(e)………………….

16. Februar 2016

Schillers Schauergeschichte

by Gabriel Weber

Johann Christoph Friedrich von Schiller ist hauptsächlich als Dramatiker (Wilhelm Tell, Don Carlos, Die Räuber, Wallenstein, Kabale und Liebe, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orléans) und als Lyriker (An die Freude, Die Kraniche des Ibykus, Würde der Frauen) bekannt. Romane, Erzählungen usw. hat er hingegen nur sehr wenige verfasst. Besonders interessant ist der fragmentarische Schauerroman Der Geisterseher.

Der Graf von O*** besucht einen deutschen Prinzen, der sich in Venedig aufhält. Es ist gerade Karneval und in der Lagunenstadt wimmelt es nur so von maskierten Gestalten. Eine davon ist offenbar ein Armenier, der immer wieder auftaucht und wieder verschwindet und ein ganz besonderes Interesse an dem Prinzen zu haben scheint. Er informiert den Prinzen, lange bevor irgendjemand in Venedig davon wissen kann, vom Tod seines Vetters; er hetzt einem Mann, der dem Prinzen nach dem Leben trachtet, im Handumdrehen die Staatsgewalt auf den Hals; und als der Prinz und der Graf gerade im Begriff sind, einem spiritistischen Scharlatan (dem „Sizilianer“) auf den Leim zu gehen, ist der Armenier schon wieder zur Stelle. Wer ist er? Was will er von dem Prinzen? Was Graf O*** schliesslich über diese geheimnisvolle Persönlichkeit erfährt, klingt fast unmöglich. Ist es wahr, dass der Armenier zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Weltgegenden auftaucht und weder Alter noch Gewalt ihm etwas anhaben können?…

Aufklärung und Aberglaube, Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, Okkultismus und Geisterbeschwörungen, Freimaurertum, Cagliostro… In Schillers Erzählung (erstmals erschienen in Fortsetzungen 1786-1789) erkennt man deutlich das späte 18. Jahrhundert. Zu schade, dass die ganze Geschichte ein Fragment geblieben ist.

15. Februar 2016

Fundiert mitreden…

by Julia S.

Teigaff, Tüpfi, Tumme Siech. Schimpfen und Fluchen im Schweizerdeutschen. Mehr als 20 Jahre nachdem der Basler Germanist Andreas Lötscher (mit einem Nachwort in diesem Buch) mit seinem „Lappi, Lööli, blööde Siech“ das erste „Standartwerk zum Schimpfen und Fluchen im Schweizerdeutschen“ herausgegeben hat, legt jetzt der Zuger Autor und Sprachliebhaber Fritz Kamer mit seinem „Teiggaff, Tüpfi, Tumme Siech“ ein neues, auf Lötscher aufbauendes Kompendium vor. Für alle, die Freude am Schweizerdeutschen in seiner blumigsten Ausformung haben und in schwierigen Lebenslagen endlich kompetent mitreden wollen, ist „der Teiggaff“ ein unverzichtbares Handbuch über die „unteren Schubladen“ unserer schweizerdeutschen Umgangssprache.

Jeder Schweizer weiss, was ein Cholderi ist, und wie schwer es doch eine hochdeutsche Schnatterente gegen eine helvetische Schnädergäx oder eine zugerische Chlefele hat. Wobei man wissen muss, dass ein Chlefeli eine innerschweizerische Kastagnette ist. Beispiele der härtesten Sorte sind etwa: Aarschloch, Schoofseckel, Seckel.Aff, Lööli und Lappi sind schon etwas „feiner“. Auf etwa die gleiche (mildere) Grobheitsstufe können Aarmloch, Aschtloch, Aarmlüüchter und Sedibeckel sowie Schoofsziegel und schofseeleguete Mäntsch gesetzt werden. Dies sind verhüllende Nebenformen der schärferen „Wortväter“, also etwas „stubenreiner“. Man weiss jedoch immer noch, was gemeint ist! Meist treten sie als flexible, im Satzbau sowohl am Anfang wie in der Mitte oder am Schluss einsetzbare Interjektionen auf: Chasch gopfertammi nid besser luege? Heb emol dini Pfoten ewägg, gopferteli! Weniger gelehrt kann man diese Dazwischenwürfe als Ausrufe bezeichnen. Dieses Beispiel bringt uns bereits in die Nähe der allgemein spannungslösenden Ausrufe, die nicht unbedingt Flüche sein müssen, wie Auwaa, Pfui, Seich! und schliesslich neuschweizerdeutsch Scheisse, merde und shit! Also, es gibt sie, die Jugendsprache. Die Erwachsenen, besonders die Grufti und Komposchti haben oft Mühe damit – andere Erwachsene hingegen usurpieren sie und wollen damit dem Jugendlichkeitsideal frönen. Oft beklagt man die wachsende Aggressivität der Sprache der Jugendlichen. Ob aber früher mit feineren Waffen gefochten wurde, wäre im Detail zu untersuchen. Ob ein Trottelmuseum respektloser wirkt als eine Spinnwindi, ein Alki beleidigender als ein Süffel, bleibe dahingestellt. Die Chlapperschlange und die Tippmamsell, sind im Boss-Keyboard-Yourself-Zeitalter ebenso ausgestorben wie die Bürochlammere und der Radiergummi. Nur die Voorzimmertante fristet auf einsamen Höhen noch ihr machtvolles Leben. Und richtige Schimpfwörter, die allerdings oft nicht besonders ernst gemeint waren oder genommen wurden, sind, in ihren phantasievollsten Schöpfungen, etwa: Du aagfrässni Bisamratte, Du Spitzbirechopf, Du wandelnde Kanalisatioonsschacht (war mit schschwerer Zzunge wohl kaum zu bewältigen), Du aagfrässni Nootportioon, Du uusgmergleti Bränntwiisüüle, Du apröcklete Gartezwäärg. Letzterer wird auch in der dritten Person gebraucht, ebenso der glismeti Heiland.

11. Februar 2016

Harrys Kollege

by Gabriel Weber

Auch wenn Manche von Ihnen, hochgeschätztes Publikum, vermutlich denken werden: Nicht schon wieder!… Ich bin wieder einmal bei meinem Steckenpferd gelandet, der angelsächsischen Jugendliteratur. Haben Sie gewusst, dass das Vereinigte Königreich von Grossbritannien und Nordirland schon zehn Jahre vor Harry Potter einen Nachwuchs-Zauberer hatte? Dieser heisst Gwyn Griffith, lebt in Wales und stammt aus der Feder von Jenny Nimmo.

Im Gegensatz zu dem Kollegen Potter ist Gwyn kein Waisenkind; er lebt mit seinen Eltern auf einem kleinen Bauernhof in Wales. Es ist nicht schön dort. Seit Gwyns ältere Schwester Meggan vor einigen Jahren spurlos verschunden und seither verschollen ist, liegt ein Schatten über der Familie. Gwyns Vater, der Bergbauer Ivor Griffith, gibt seinem Sohn die Schuld an Meggans Verschwinden und behandelt Gwyn zur Strafe wie den letzten Dreck. Doch alles ändert sich, als Gwyns Grossmutter ihm das Geheimnis seiner Herkunft enthüllt: ihre Familie stammt von dem legendären keltischen Zauberer Gwydion ab (daher auch Gwyns Name, die Grossmutter nennt ihn stets „Gwydion Gwyn“). Weder sie selbst noch ihr Sohn Ivor haben die magischen Fähigkeiten ihres illustren Vorfahren geerbt, nun hofft die alte Frau auf ihren Enkel Gwyn. An seinem neunten Geburtstag übergibt sie ihm einige seltsame Gegenstände, eine Brosche, eine Flöte, etwas Seetang, ein kleines hölzernes Pferd und ein gelbes Kopftuch. Anhand dieser Familienerbstücke soll Gwyn nun seine Fähigkeiten erproben. Er kommt zu einem magischen Haustier, der silbernen Spinne Arianwen, und kann sich vielleicht sogar seinen grössten Wunsch erfüllen, nämlich den, seine Schwester wiederzusehen. Doch Zauberei ist etwas, womit man äusserst vorsichtig umgehen sollte…

Es gibt insgesamt drei Bücher über Gwyn Griffith, den jungen Zauberer, dem nichts beigebracht wird. Stattdessen muss er alles selber herausfinden. Aber er schafft es, nicht nur sich selbst, sondern auch Menschen in seiner Umgebung aus Krisen herauszuhelfen. Jetzt bei buchplanet.ch: Die silberne Spinne von Jenny Nimmo.