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Krabat und Hotzenplotz

von Julia S.

Was ist ein Krabat? Der 14-jährige sorbische Waisenjunge Krabat tritt eine Lehrstelle in einer Mühle im Koselbruch an. Die Mühle stellt sich jedoch schon nach kurzer Zeit als eine „Schwarze Schule“ heraus, in der der Müllermeister jeweils zwölf Mühlknappen in der Schwarzen Kunst unterrichtet. Das gefällt dem jungen Krabat zuerst. Um dem Meister die Stirn bieten zu können, übt Krabat sich in der Schwarzen Kunst und wird schließlich zum besten Schüler. Doch Tonda sein Mitgeselle stirbt auf mysteriöse Art und Weise am Ende der ersten der drei Jahre, die Krabat in der Mühle verbringt, und ein neuer Lehrjunge nimmt zu Jahresbeginn seinen Platz ein. Auch nach Ablauf des zweiten Jahres stirbt ein weiterer Geselle bei einem rätselhaften Unfall und wird durch Krabats Freund Lobosch ersetzt. Krabat durchschaut erst nach und nach das furchtbare Spiel, dessen Teil er geworden ist: Der Meister…

Vier bedeutende Auszeichnungen hat „Krabat“ erhalten; die Kritik hob den Roman als Otfried Preußlers bedeutendstes Werk hervor, der hier Motive der Volkssage zu einer Geschichte von unheimlicher Spannung verwoben hat, die Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen zu fesseln versteht. Die klare, einfache Sprache und die überlegene Komposition dieser Geschichte vom magischen Spiel um die Freiheit eines Menschen verleihen ihr Eindringlichkeit und hohen literarischen Rang. Und mehr spannendes stammt aus der Feder dieses Autors – wer kennt sie nicht die bekannten Geschichten vom ‚Kleinen Wassermann‘ –  mit den Schwimmhäuten zwischen seinen Zehen und seinem Karpenfreund, der ‚Kleinen Hexe‘ – mit ihrem Raben Abraxas und ihrem sehnlichsten Wunsch auf dem Blocksberg mit den grossen Hexen zu tanzen, vom ‚Räuber Hotzenplotz‘ – dem gerissenen Räuber, dem schlauen Kasperl und seinem Freund Seppel, der Grossmutter mit ihrem Zwicker auf der Nase, dem lustigen Polizist Alois Dimpfelmoser und dem Zauberer Petrosilius Zwackelmann, dem ‚Kleinen Gespenst‘ – mit seinem Wunsch einmal bei Tageslicht die Welt zu sehen doch eines Tages… und ‚Neues vom Räuber Hotzenplotz‘! Otfried Preußler stammte aus Nordböhmen, wo seine Vorfahren seit dem 15. Jahrhundert als Glasmacher im Vorland des Iser- und Riesengebirges ansässig waren. Sein erstes Buch, „Der kleine Wassermann“, schrieb Otfried Preußler 1956. Neben vielen anderen Auszeichnungen für seine Arbeit erhielt er auch den Deutscher Jugendliteraturpreis (1972), Polnischer Jugendbuchpreis (1972), Europäischer Jugendbuchpreis (1973), Silberner Griffel von Rotterdam (1973), Aufnahme in die Ehrenliste der amerikanischen Büchereien, Jugendbuchpreis des polnischen Verlegerverbandes (1977), Auswahlliste des Internationalen Preis der jungen Leser (2008). Als Kind sind die Autoren nicht so wichtig. Erst mit den Jahren wird mir bewusst, welch grossartige Erzählungen dieser Autor verfasst hat. Durch alle genannten Geschichten zog sich intensiv meine Kindheit und Jugend unmerklich aber am Autor vorbei.

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