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Es war einmal und wenn sie nicht gestorben sind

von Gabriel Weber

A propos Gebrüder Grimm (Blog vom 21. Januar): Der blosse Name der beiden Herren ist im deutschsprachigen Raum der Inbegriff des Märchens. Wer sich näher mit der Materie befassen möchte, dem empfehle ich Vom Menschenbild im Märchen. Hierbei handelt es sich um eine Publikation der 23. Internationalen Tagung der Europäischen Märchengesellschaft von 1980.

Warum spielen Könige oft so eine wichtige Rolle in Märchen? Das hat mit der unabänderlichen Faszination zu tun, die das Königtum nach wie vor auf die Menschen ausübt und die sich zum Beispiel in Metaphern äussert (man sagt „Der Kunde ist König“ nicht etwa „Der Kunde ist Präsident“). Was bedeutet es, dass Schneewittchens Stiefmutter einen Spiegel besitzt (also etwas, das ja eigentlich sie selbst reflektiert), der nicht nur redet, sondern sogar mehr weiss als sie? Wodurch unterscheiden sich die zahllosen Aschenputtel-Variationen – und welche Gemeinsamkeiten haben sie? Bei Aschenputtel geht es auch um das Finden, das Wiedererkennen einer Person – ein verbreitetes Märchenmotiv, aber wieso? Wie Aschenputtel existiert auch das Märchen vom Fischer und seiner Frau in vielen verschiedenen Fassungen. Ist das Thema der Unersättlichkeit so universell?

Wie der Titel schon sagt, geht es hier um den Menschen im Märchen, seine Gedanken, seine Empfindungen, seine Entwicklung. Genau das macht dieses Buch spannend.

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