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Der Doktor auf Abwegen

von Gabriel Weber

Die klassische Schauerliteratur ist eines meiner Steckenpferde. In dieses Genre fällt auch Robert Louis Stevensons Erzählung Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

London, zu viktorianischer Zeit: Der Anwalt Utterson macht sich grosse Sorgen um seinen Freund, den Arzt Henry Jekyll. Dieser scheint nämlich unter den unheilvollen Einfluss eines Mannes namens Edward Hyde geraten zu sein, der bei ihm aus- und eingeht und von Jekyll sogar testamentarisch zum alleinigen Erben bestimmt worden ist. Dieser Edward Hyde ist ein brutaler, rücksichtsloser Mensch, der allen möglichen Lastern frönt und eines Nachts sogar einen Mord begeht. Doch was auch passiert, Jekyll hängt in unverbrüchlicher Treue an diesem gemeinen Schuft. Warum bloss? Es dauert eine Weile, bis Utterson die Wahrheit erfährt: Jekyll und Hyde sind in Wirklichkeit ein und dieselbe Person. Der Arzt hat nämlich ein Mittel entdeckt, mit dem er, der gutmütige, menschenfreundliche Biedermann, äusserlich und innerlich zum Schurken mutieren kann. Ursprünglich forschte er zum Wohle der Menschheit; aber insgeheim macht es ihm seit dem ersten Selbstversuch mit dem besagten Mittel grosses persönliches Vergnügen, sich als Hyde so richtig auszutoben. Konsequenzen hat er dabei keine zu fürchten, denn danach wird er ja immer wieder zum harmlosen Jekyll, während Hyde spurlos verschwindet. Doch langsam läuft das Experiment aus dem Ruder; die Persönlichkeitsspaltung, die Dr. Jekyll zunächst ganz gut kontrollieren konnte, macht sich selbständig…

Die Geschichte Dr. Jekylls, der versucht, das Gute und das Böse, das in jedem Menschen enthalten ist, von einander zu trennen, gehört zu den Klassikern der englischsprachigen Literatur und wurde schon mehrmals verfilmt.

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