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Mainz bleibt Mainz

von Gabriel Weber

Da meine Mutter in Mainz das Licht der Welt erblickt hat, fühle ich mich dieser Stadt verbunden. Und zu Mainz gehört – wie das Oktoberfest zu München – die Fasnacht. Carl Zuckmayer erzählt in seinem Werk Die Fasnachtsbeichte von folgender Begebenheit während der Fasnacht 1913:

Am Fasnachtssamstag betritt ein junger Dragoner im Mainzer Dom den Beichtstuhl, in dem der Domkapitulant Dr. Henrici sitzt und auf reuige Sünder wartet. Der Dragoner kniet nieder, faltet die Hände, spricht vier Worte („Ich armer, sündiger Mensch…“) – und sinkt tot zusammen. Erstochen. Mit einem Stilett. In den Rücken. Allem Anschein nach handelt es sich um einen gewissen Clemens Bäumler – doch wenig später wird Clemens Bäumler quieklebendig, wenn auch sturzbetrunken, in einem Bordell festgenommen. Wer ist also der Tote? Warum trug er Bäumlers Uniform? Und vor Allem: Wer hat ihn umgebracht? Der reiche Gutsbesitzer und Karnevalsprinz Panezza, sein Sohn, der junge Offizier Jeanmarie, dessen gerade zu Besuch in Mainz weilende italienische Cousine Viola, Mutter Bäumler, eine geheimnisvolle alte Frau, die Prostituierte Rosa und deren Chefin, Frau Guttier (französisch auszusprechen!), werden in die Sache verwickelt…

Zuckmayers Erzählung ist im Grunde ein Krimi, allerdings kein klassischer. Mitten im Mainzer Fasnachtsgetümmel muss ein Mord aufgeklärt werden; Zeugenbefragung ausgerechnet am Rosenmontag, also bitte!

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