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Kalter Krieg im Kleinformat

von Gabriel Weber

Im Blog vom 12. November erwähnte ich den französischen Komiker Fernand Constandin, besser bekannt als Fernandel. Seine berühmteste Rolle, die er in insgesamt fünf Filmen verkörperte, ist jene des streitlustigen italienischen Pfarrers Don Camillo.

Durch eine kleine Stadt in der Po-Ebene verläuft (bildlich gesprochen) ein tiefer Graben. Auf der einen Seite stehen die katholisch-konservativen, traditionsbewussten Bürger, auf der anderen die Anhänger der Kommunistischen Ortspartei. An der Spitze derselben steht Genosse Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, der ausserdem das Amt des Bürgermeisters innehat. Auf der Seite der Opposition gibt Pfarrer Don Camillo den Ton an. Don Camillo und Peppone sind sich, trotz ihrer unterschiedlichen Weltanschauungen, sehr ähnlich: zwei sture, streitsüchtige Dickköpfe, die keine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig eins auszuwischen und damit nebenbei auch noch die Überlegenheit ihrer jeweiligen Überzeugung zu demonstrieren. Kein Wunder also, dass es in der kommunalen Politik zu so manchem Schlagabtausch kommt – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen… Aber im Grunde geht es den beiden Streithähnen doch in erster Linie um das Wohl ihrer Gemeinde. Und wenn es sein muss, dann ziehen sie ausnahmsweise (aber nur ausnahmsweise!) auch mal am selben Strang. Denn in Wirklichkeit sind die Fronten gar nicht so verhärtet, wie es scheint.

Wenn Don Camillo mal ausnahmsweise nicht weiter weiss, sucht er Rat bei seinem „Chef“; Vom Kruzifix über dem Hochaltar in der Kirche spricht manchmal Jesus zu ihm (und bremst ihn, wenn er zu übereifrig wird). Giovanni Guareschi, der die Geschichten von Don Camillo und Peppone geschrieben hat, ist auch im Katalog von buchplanet.ch aktenkundig.

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