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Archiv vom 3. November 2015

3. November 2015

Frankenstein, Jeckyll – und Moreau

by Gabriel Weber

Zu den Klassikern des Science-Fiction-Genres gehört der Roman Die Insel des Dr. Moreau von H. G. Wells (erstmals erschienen 1896).

Edward Prendick, ein naturwissenschaftlich interessierter Engländer, wird nach einem Schiffbruch im Pazifik von einem Schoner an Bord genommen, auf dem sich auch ein Mann namens Montgomery sowie mehrere Tiere befinden. So gelangt der Schiffbrüchige auf eine Insel, wo Montgomerys Chef, ein gewisser Doktor Moreau, anscheinend biologische Forschungen betreibt. So weit, so gut – aber auf der Insel gibt es offenbar Einiges, was der Besucher nicht wissen darf. Auch die Bewohner scheinen höchst seltsam. Sie sind nicht nur bemerkenswert hässlich, sie haben auch irgendetwas an sich, das Prendicks Widerwillen erregt, auch wenn er es selber nicht so recht erklären kann… Irgendwann lüftet Prendick Moreaus schauerliches Geheimnis und erfährt, was für Experimente der Herr Doktor, offenbar ein Nachfolger Frankensteins, auf seiner Insel veranstaltet. Der Schiffbrüchige hat zunächst gedacht, die Menschen auf der Insel seien von Dr. Moreau so misshandelt worden, dass sie wie Tiere wirken. Es ist jedoch genau umgekehrt. All die merkwürdigen Inselbewohner sind ursprünglich Tiere, die in komplizierten Operationen zu (so einer Art) Menschen gemacht wurden. Prendick ist entsetzt und will nur noch eines: weg, fort von dieser Insel und dem verrückten Wissenschaftler, und zwar möglichst schnell…

Ähnlich wie die Romane Jules Vernes ist auch dieses Buch trotz seines Alters von geradezu beängstigender Aktualität. Gerade bei dem heutigen wissenschaftlichen und technischen Fortschritt ist ein Gedanke wichtig: Irgendwo sind dem Menschen Grenzen gesetzt. Nicht alles, was möglich bzw. machbar ist, ist auch wünschenswert.