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Elf Automobilisten geben Gas

von Gabriel Weber

Mal ehrlich: Können Sie sich ein Autorennen Peking-Paris vorstellen? Klingt doch wie aus einem Roman von Jules Verne… und doch hat es einmal ein solches Rennen gegeben. Allen Andrews schreibt darüber in seinem Buch Das verrückteste Autorennen der Welt.

Am 31. Januar 1907 wurde die Idee in der französischen Zeitung Le Matin lanciert. Die Idee fand in dieser technikbegeisterten Zeit sofort Zustimmung, Autofabriken und Rennfahrer meldeten ihre Teilnahme an – und am 10. Juni starteten in Peking 5 Automobile mit insgesamt 11 Männern. Noch in der chinesischen Hauptstadt verfuhren sich zwei der fünf Mannschaften das erste Mal; Unwegsames Gelände, verfallene Brücken, gemeinschaftliches Schieben; Wetterkapriolen, technische Schwierigkeiten; Offenbar hatte keiner eine Ahnung, wie man ein Zelt oder ein Feldbett aufstellt; Einheimische, die teilweise noch nie ein Auto gesehen hatten; Das voreilige Verschenken eines Benzinkochers; Niemand hatte einen Kompass dabei; Mitten in der Mongolei ging einem der Wagen der Sprit aus – die Besatzung konnte sich (unter Zurücklassung des Fahrzeugs) mit letzter Kraft in bewohntes Gebiet retten und kehrte von dort aus nach Peking zurück; Ein anderer Wagen hatte in Sibirien eine Panne; Die wechselnde Beziehung zwischen den den Mannschaften – einmal Kameraden, dann plötzlich wieder gnadenlose Rivalen… und trotz der Fahrt durchs Niemandsland war man telegrafisch dauernd mit der Weltpresse in Kontakt.

Italien gewann. Prinz Scipione Borghese traf am 10. August 1907 in Paris ein. Der römische Aristokrat hatte das Rennen mit seinem 40 PS-Itala von Anfang an dominiert. Nichts hatte ihn aufhalten können, weder einstürzende Brücken noch das Nahen eines Zuges, während Borghese das Gleis der Transsibirischen Eisenbahn als Strasse benutzte…

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