Blog von buchplanet.ch | gebrauchte Bücher zu unschlagbaren Preisen

Hart wie Kruppstahl

von Gabriel Weber

Um einen der rätselhaftesten Todesfälle des wilhelminischen Deutschland geht es in Ulrich Lands Krimi Krupps Katastrophe.

Im Jahr 1902 erhält der junge Privatdetektiv Julius Fahrenhorst einen ebenso ungewöhnlichen wie lukrativen Auftrag. Frau Margarethe Krupp, geborene von Ende, engagiert ihn, um nach Capri zu fahren und ihren Ehemann unter die Lupe zu nehmen. Und dieser Ehemann ist immerhin kein Geringerer als Friedrich Alfred Krupp, Schwerindustrieller aus Essen, Stahlmagnat und Waffenfabrikant, einer der reichsten Männer Deutschlands. Auf der Insel Capri merkt Fahrenhorst sehr bald, was die Glocke geschlagen hat: Der Kanonenkönig und persönliche Freund des Kaisers amüsiert sich in seinem Refugium am Mittelmeer recht ausgelassen – und zwar nicht mit Frauen (dazu muss man wissen, dass homosexuelle Aktivitäten damals in Deutschland nicht nur gesellschaftlich verpönt, sondern auch strafbar waren, das war der berühmt-berüchtigte § 175)! Es gelingt dem Detektiv sogar, Krupp in einer sehr kompromittierenden Situation mit seinen Capreser Jünglingen zusammen zu fotografieren. Eine äusserst brisante Fotografie, die einiges auslöst… Das Ende vom Lied: Krupp stirbt ganz plötzlich und unerwartet im Alter von 48 Jahren, angeblich an den Folgen eines Hirnschlags. Eine Autopsie findet nicht statt, der Industrielle wird mit grossem Pomp zu Grabe getragen, Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich folgt dem Sarg. Aber was ist nun eigentlich wirklich passiert? Und was ist aus jener Fotografie geworden?

Wohlgemerkt: Dieser Krimi ist nicht ganz historisch. Aber er liefert doch eine spannende Geschichte um den bis heute nicht restlos geklärten Tod Friedrich Alfred Krupps. Ergänzt wird das Ganze durch zahlreiche schmackhafte Kochrezepte, teils aus Capri, teils aus dem Ruhrgebiet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.